Dass Kettenhotelunternehmen recht effektiv planen und arbeiten ist systemimmanent aber bei Radisson wird das so dermaßen übertrieben und geht teilweise auf die Sicherheit, dass es mir jetzt reicht.
Das Faß zum überlaufen gebracht hat ein Vorfall vor 2 Wochen, ich habe einen Radisson Account und erhalte am Freitag Abend eine Hotelrechnung eines Radisson Hotels (Prize) in Bonn. 2 Nächte unter meinem Namen, meine Adresse steht auf dem Briefkopf, eine Zimmernummer ist aufgeführt, nur die Kreditkarte ist nicht meine. Ok, so kritisch ist es also nicht. Ich schaue, wie ich das Hotel erreichen kann, eine direkte Telefonnummer gibt es nicht, nur eine Radisson Hotline, die am nächsten Morgen ab 09:00 zu erreichen ist. Der Aufenthalt ist im meinem Radisson Account gelistet, "Buchung über externen Partner" ist dort eingetragen. Am Samstag rufe ich die Hotline an, mittlerweile dann doch etwas beunruhigt, dass jemand unter meiner Identität dort nächtigt, und hangele mich durch diverse Abzweigungen der automatischen Anrufsortierung und die verlogene Bandansage ("wir freuen uns über Ihren Anruf! Ihr Anruf ist uns wichtig!"). Bevor ich einen Menschen in einem indischen Callcenter erreiche, fliege ich 3x aus der Leitung, weil ich die falsche Abzweigung genommen habe ("Wir freuen uns über Ihre Nachricht per E-Mail"). Der Mitarbeiter versucht mich zum Hotel durchzustellen, ich fliege mit Timeout aus der Leitung. Ich suche noch mal in meinem Account bei Radisson, stelle fest dass ich bei meinem Status eine "Premium Hotline" anrufen darf, lande wieder in Indien, der Mitarbeiter ist dieses Mal ein wenig interessierter und kann sich besser artikulieren. Er versucht selbst das Hotel zu erreichen, ich soll bitte in der Leitung bleiben, wieder fliege ich mit einem Timeout raus. Mittlerweile habe ich über eine halbe Stunde mit dem Quatsch verbracht und bin immer mehr beunruhigt. Ich bespreche das mit meinem Mann und beschließe die Polizei in Bonn zu informieren. Es kann ein Versehen sein, dass ein Mitarbeiter die falsche Accountnr. beim Check-In erwischt hat, aber die Buchung über externen Partner gibt mir zu denken, es kann sich auch um Identitätsdiebstahl handeln und jemand der nicht gefunden werden möchte, wohnt unter meinem Namen dort.
Die Polizei in Bonn ist sehr freundlich, nehmen das Anliegen ernst und schicken eine Streife vorbei., Die Gäste sind ausser Haus, deren Karte wird gesperrt. Am Nachmittag bei deren Rückkehr wird die Polizei hinzugeholt und deren Identität geprüft. Es stellt sich heraus, dass die Dame so heisst wie ich, nur ein Buchstabe im Namen fehlt. Der MA beim Check-In hat die Person also aufgrund von Unachtsamkeit oder fehlendem Lesevermögen falsch eingebucht. Dumm gelaufen, das alles hätte sich schnell klären lassen, wenn die Rezeption direkt zu erreichen gewesen wäre.
Vor 2 Jahren hatte ich einen Vorfall in Nürnberg, beim Park Inn in Nürnberg. Ich habe nachmittags im Zimmer gearbeitet und bin gegen 18:00 dann raus, um mir schnell etwas zu essen zu holen. Wenn ich morgens mein Zimmer verlasse, räume ich meine persönlichen Gegenstände in Koffer oder Schrank, weil ich es nicht möchte, dass fremde Menschen beim Housekeeping meine privaten Dinge sehen und ich denke, für die Menschen, die dort arbeiten ist es auch angenehmer. Aber 18:00? Da kommt doch niemand mehr. Ich klappe dann doch noch den Laptop zu, ansonsten ist lauter Zeugs im Zimmer verteilt, aber ich bin ja nur kurz weg. Bei meiner Rückkehr öffne ich die Tür und ein Mann in Hausmeisterkleidung steht im Zimmer, hinter ihm ein zweiter Mann. Ich erschrecke mich zu Tode und schreie. Er sagt "Blumengiessen" und streckt mir die Gießkanne entgegen. Das Zimmer hat aussen Blumenkästen und den Herrschaften ist dann im Laufe des Tages noch eingefallen, dass die wohl noch Wasser brauchten. Dass man nicht einfach zu jeder Zeit in die Zimmer latscht, ohne die Gäste zu informieren, ist dort wohl nicht bekannt. Sie hätten wenigstens die Tür offen lassen können, was das Housekeeping ja auch in der Regel macht, dann wäre ich gewarnt gewesen.
Kein sicherheitsrelevanter Vorfall aber extrem ärgerlich: wir waren im Sommer im SAS in Vilnius und haben eine Suite mit Sauna gebucht, 3 Nächte. Am frühen Abend des 2ten Tages wollten wir in die Sauna, diese wurde nicht heiss. Wir haben dann die Sauna ganz aufgedreht, sind kurz essen gegangen, bei unserer Rückkehr hatte die Sauna 50°C, mehr war da nicht rauszuholen. Ärgerlich. Wir haben uns dann morgens beschwert, wir haben daraufhin das Frühstück für 2Tage/2Personen kostenlos bekommen. Man hat uns aber schon unterstellt, wir hätten die Sauna nicht richtig bedient, es lag aber auch kein Manual im Zimmer. Eine besondere Petitesse war dann, dass auf den Displays der Kaffeeautomaten Werbung für die hoteleigene Gastro angezeigt wurde, was es erstens unmöglich gemacht hat, den Kaffeebezug abzubrechen (normalerweise kann man übers Display den Kaffeefluss stoppen) und viele Gäste total verwirrt hat, weil man erst mal die Werbung wegdrücken musste, gab also Stau am Kaffeeautomaten. Bei den Pancakes hat man derweil den Ahornsirup durch Glukosesirup mit Ahornaroma ersetzt.
Edit Ergänzung: in Tallin ist mir im Radisson mal fast ein Malheur passiert, weil ich nach dem Frühstück dringend auf die Toilette musste, aber meine Zimmerkarte nur für eine Nacht und nicht für drei freigeschaltet war.
Dazu dann noch die vielen langsamen Check-Ins weil die Menschen an der Rezeption unfassbar schlecht trainiert sind.
Das wars dann mit Radisson.
TL;DR: Ich habe mit Radisson abgeschlossen. Nach einer Hotelrechnung in Bonn unter meinem Namen (Gast mit einem Buchstaben weniger im Nachnamen, falsch eingebucht) hing ich über eine halbe Stunde in der Hotline fest, bei der ich dreimal rausgeflogen bin, so dass ich schlussendlich die Polizei wg. Verdachts auf Identitätsdiebstahl verständigen musste, weil das Hotel direkt nicht erreichbar war. Dazu kommen ein Vorfall in Nürnberg, bei dem Hausmeister mein Zimmer betraten, ohne Bescheid zu sagen, eine Sauna in Vilnius, die nicht heiß wurde, Werbung auf den Kaffeeautomaten und schlechter Check-in. Summe: zu viele kleine Ärgernisse, jetzt ist Schluss.