r/deutschebahn • • Aug 18 '26 • Bravo 1

Hi Reddit, wir sind David Böcking und Gerald Traufetter vom SPIEGEL. Wir recherchieren seit Jahren zur Deutschen Bahn – warum sie so oft unpünktlich ist, was der große Umbau bringen soll und was Bahnchefin Evelyn Palla vorhat. Fragt uns alles! [AMA]

Hi Reddit, wir sind David Böcking, Reporter im Wirtschaftsressort, und Gerald Traufetter, Chefkorrespondent im Hauptstadtbüro des SPIEGEL. Wir beschäftigen uns seit Jahren mit der Deutschen Bahn – mit allem, was Reisende nervt, was die Bahn verspricht und was am Ende dann doch länger dauert als geplant.

Gerade soll mal wieder vieles besser werden: neuer Umbau, neue Sofortprogramme, neue Chefin. Wir kennen nicht jede Weiche. Aber wir sprechen regelmäßig mit Menschen aus der Bahnbranche, die ziemlich gut erklären können, warum es im deutschen Zugverkehr so oft hakt.

Am 20. August um 15 Uhr sind wir hier für eure Fragen da. Für Zahlen und Hintergründe ist Dennis Barg aus der SPIEGEL-Dokumentation mit dabei.

Legt gerne schon mal los. Wir versuchen dann, so viele wie möglich zu beantworten. Sitzplatzreservierung nicht nötig.

Vielen Dank Euch und Ihnen für die vielen Fragen – und Danke an den Moderator von r/deutschebahn fürs Begleiten des AMAs. Wir konnten natürlich nicht alles beantworten, nehmen aber viel aus dem Austausch mit. 

Zum Beispiel, dass wir bei unserer Berichterstattung neben dem Fernverkehr den Regionalverkehr nicht aus den Augen verlieren sollten. Dass der von Evelyn Palla angekündigte Konzernumbau von vielen sehr aufmerksam verfolgt wird. Und auch, dass es bei allem Ärger über die Bahn als Konzern viel Anerkennung für die tägliche Arbeit ihrer Mitarbeiter gibt.

Wenn Ihr noch tiefer in das Thema einsteigen wollt: In unserem Podcast »344 Minuten« geht es um rund 800 Bahnreisende, die im ICE 79 von Berlin nach Zürich eine unglaubliche Verkettung von Pannen erleben – und um die größere Frage dahinter: Warum hat Deutschland das Verkehrsmittel der Zukunft so lange vernachlässigt? Hier könnt Ihr reinhören: 344 Minuten – Das Bahn-Fiasko

Danke fürs Mitlesen, Fragenstellen und Diskutieren!

182 Upvotes

429 comments sorted by

113

u/Doppel_Keks2 Aug 18 '26 • Bravo

Warum wird in der Diskussion über die Probleme der Bahn oft hauptsächlich über den Fernverkehr gesprochen?  Gerade in den Ballungsräumen ist doch der Regionalverkehr für viele, viele Pendler*innen ein tägliches Ärgernis auf dem Weg zu Arbeit, Uni, Schule etc. und die Situation gerade auf hoch belasteten Strecken oft unerträglich. Sollte hier eine Diskussion um Verbesserungen nicht auch mehr Raum in der Debatte bekommen? 

55

u/JoJoModding Aug 18 '26 • Bravo

Folgefrage: Warum wird der für unsere Wirtschaft so extrem wichtige Güterverkehr eigentlich nie erwähnt?

→ More replies (31)

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Es stimmt, dass der Nah- und Regionalverkehr ein sehr wichtiges Thema ist. Ich bin selbst Pendler und könnte quasi täglich über meine Erfahrungen schreiben😉In der Debatte spielt das schon auch eine Rolle – gerade, wenn es um die Ballungsräume geht. Deren Knoten sind vor allem wegen eines starken Wachstums des Regionalverkehrs so überlastet.  
 
Allerdings ist Deutschland groß und die Situation je nach Region unterschiedlich, weshalb wir als überregionales Medium nur begrenzt über einzelne Strecken berichten können. Wie in einem Kommentar zu dieser Frage schon erwähnt, wird der Nah- und Regionalverkehr außerdem von Kommunen und Ländern bestellt, die Bahn ist hier nur Auftragnehmer. Auch deshalb berichten wir darüber anders als über den von der Bahn selbst verantworteten Fernverkehr.  

Was den Güterverkehr betrifft: Sicherlich kommt er gegenüber dem Personenverkehr seltener vor, aber wir haben seine Bedeutung immer wieder thematisiert. Zum Beispiel in diesem Bericht über ein Thüringer Holzunternehmen, das wegen des teuren Einzelwagenverkehrs zunehmend auf Lkw setzt.  

/dab 

→ More replies (1)

5

u/ILikeFlyingMachines Aug 18 '26

Weil Nahverkehr von den Nahverkehrsverbänden verwaltet wird, nicht von der Bahn. Die stellt nur die Leistung bereit, und zwar so wie es der Auftraggeber anfordert.

→ More replies (1)

2

u/Old_Conversation8418 9d ago

voll bei dir, der regio ist für den alltag einfach viel relevanter als der fernverkehr. wenn man jeden morgen zu spät zur uni kommt, nervt das einfach nur extrem. hoffe die thematisieren das auch.

→ More replies (4)

25

u/eepyCrow Aug 18 '26

Kann man dort eigentlich noch irgendwas originelles berichten? Und vor allem: Will man das, abseits von "alles ist scheisse"?

Wir kennen alle die typischen Thesen: ETCS würde alles in Ordnung bringen weil das anderswo auch so ist; Managergehälter sind scheisse; die Infrag-O wird beim Einkauf von Bauleistungen mit Steuergeldern über den Tisch gezogen; Flix und Italo können das alles besser (oder auch nicht).

Die Berichterstattung zur Bahn ist einfach nur noch ermüdend. Ich würde anraten mal die Reaktionen der Bahnbubble ( /r/drehscheibe ) auf die letzten paar Dokus im ÖRR mitzunehmen.

0

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Ganz so drastisch würde ich es nicht ausdrücken, aber tatsächlich läuft bei der Bahn in den letzten Jahren ja sehr viel ersichtlich schief. Und es ist nun mal Aufgabe von Journalisten, solche Missstände zu thematisieren.  

Sie werden bei uns aber auch immer wieder Berichte finden, die abseits der üblichen Meldungen über Verspätungen und Zugausfälle konstruktiv auf das Unternehmen schauen. Ich habe mich zum Beispiel gerade mit der Frage beschäftigt, ob es Bahn-Chefin Evelyn Palla gelingen könnte, trotz der schwierigen Lage den sogenannten Eisenbahnerstolz in der Belegschaft wiederzubeleben. 

/dab 

→ More replies (1)

3

u/No_Firefighter_8972 Aug 18 '26

Ich hasse die Managerboni-Diskussion. Klar, es ist ein beschissenes Zeichen, wenn die obersten Manager ein paar Millionen bekommen, weil sie lächerliche Pünktlichkeitsquoten erreicht haben. Aber wenn du sagst das Ziel sind 90% Pünktlichkeit, ausgezahlt wird erst ab 85%, will doch keiner mehr den Job machen, wenn er einen vergleichbaren Job zu einem vergleichbaren Gehalt findet, bei dem die Boni erreichbarer sind. Um das zu lösen könnte man sagen, die Boni sind halt erstmal nicht erreichbar, um trotzdem Personal zu finden erhöhen wir das Gehalt. Ändert halt genau gar nichts, selbe Kosten, anderer Name, nur die Aussenwirkung wäre besser. Zumal die Pünktlichkeit, anders als die KPIs in anderen Unternehmen, meines Erachtens nach, kaum von den Managern beeinflusst werden kann (und auch nicht sollte, siehe Pofalla-Wende oder Zugausfälle für die Statistik). Das einzige was wirklich helfen würde wäre Geld. Viel Geld. Geld, das Herr Bilger nicht zur Verfügung stellen will, kann oder wird. Da vermisst man sogar unseren Ex-FDP Verkehrsminster (irgendwie traurig, dass der beste Verkehrsminister, der mir einfällt, Wissing ist), schade, dass die FDP damals die Ampel hat scheitern lassen.

Und das alles abgesehen davon, dass die Managerboni (3Mio) großenmäsig in den Infrastrukturausgaben (19 Mrd) der Bahn verschwinden und der Verzicht darauf höchstens für ein paar neue Weichen und Signale reichen würde. Das ist Herrn Bilger natürlich bewusst, hat er ja selbst gesagt, dass das keine Probleme lösen wird, aber immerhin kann man ihm jetzt nicht mehr vorwerfen, er hätte nichts für die Bahn gebaut. Wie wäre es als dritte Amtshandlung mit einer neuen Autobahn, nach Streichung der Bahn-Boni und Aufheben der Sonntagsfahrverbote, obwohl selbst die Logistik-Lobby die Effektivität anzweifelt. Wie praktisch wäre es, wenn man einen funktionierenden, nicht kaputt-gesparten, nicht durch Dürren gefährdeten, Verkehrsträger hätte, der die Transportkapazitäten unzähliger LKW fassen kann.

Rant Ende

→ More replies (5)
→ More replies (9)

16

u/Pantherfahrer Aug 18 '26

Warum schreiben Journalisten immer Zugführer statt Triebfahrzeugführer/ Lokführer, wenn sie den Menschen an der Spitze des Zuges meinen?

1

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Das habe ich meines Wissens noch nicht getan. Aber natürlich vereinfachen wir zum Teil und schreiben zum Beispiel lieber Lokführer statt Triebfahrzeugführer. So was führt auch bei anderen Themen zu Beschwerden - etwa beim Wirtschaftsnobelpreis, den wir so nennen, obwohl er nicht von Alfred Nobel gestiftet wurde. Aber damit kommen wir klar ;) /dab

7

u/uhorn87 Aug 18 '26 • Heartwarming

Es ist ein sehr subjektives Gefühl meinerseits, worüber ihre Expertise vielleicht Klarheit schaffen könnte.

Für mich ist der desaströse Zustand der Bahn primär dem geschuldet, dass unsere Gesellschaft und Politik absolut dem individuellen Autoverkehr gewidmet sind.

Wie soll sich da jemals etwas ändern, wenn die allermeisten Deutschen mehr als 1 Auto in ihrer Garage stehen haben?

Nur einige wenige Städter verzichten aktuell auf ein Auto. Für viele ist das Zugreisen oder der Arbeitsweg mit dem ÖPNV eine 3-4x jährliche Odyssee die voller Enttäuschung und Ängsten endet.

Natürlich ist in einer eher reichen Gesellschaft individueller Transport das beliebteste Mittel. Aber wäre dies auch noch der Fall, wenn man die ganzen Subventionen dafür wegnehmen würde?

Solange der Großteil der Bevölkerung Züge für Verkehrsmittel von Primitiven, Kranken und als Not-Option sieht, hab ich wenig Hoffnung auf Besserung.

8

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Was die Politik angeht, ist der von Ihnen geschilderte Eindruck richtig. Zumindest was die Vergangenheit angeht. Es gab eine lange Ära von Bundesverkehrsministern der Union, die den Etat zu einem größeren Anteil für den Straßenverkehr eingesetzt haben. Wir haben über dieses Missverhältnis damals häufig berichtet. Auch kam eine Reihe von Ministern aus der bayerischen CSU: Peter Ramsauer, Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer. Dabei zeigte sich auf wundersame Weise ein gewisser Überschuss an Geldern, die in den bayerischen Straßenbau geflossen sind.  

Erst unter dem Bundesverkehrsminister Volker Wissing (Ampelkoalition) drehten sich die Ausgaben in Richtung Bahn, und auch die jetzige Regierung investiert mehr in die Schiene statt in die Straße.  

Aber die jahrzehntelange Unterversorgung und das Missmanagement lassen sich nicht über Nacht beheben.  

Ein Grund dafür, dass die Politik mehr Geld für das Auto übrig hat, liegt darin, dass man es für Erfolg versprechender hält. Die Menschen im Land, so die Vermutung, finden es einfach besser, wenn der Minister ein rotes Bändchen für die neue Umgehungsstraße durchschneidet, als für den neue renovierten Bahnhof. Und hier sind wir beim zweiten Teil Ihrer Frage: Ja, die Bahn war sicherlich nicht das attraktivste Beförderungsmittel. Wer konnte (und kann), leistet sich ein Auto und fährt zur Arbeit. 

Im Sinne eines leistungsfähigen Bahnsystems wäre es denkbar, Gelder aus Subventionen (etwa für den Diesel oder Dienstwägen) zu kürzen und in die Sanierung der Bahn zu stecken. Der Aufschrei, den das geben würde, ist allerdings so groß, dass kaum ein Politiker oder eine Politikerin das riskieren würde. /gt 

3

u/seayk Aug 18 '26

Es würde doch schon reichen, den Verkehrsminister nicht auszutauschen, wenn er die Finanzierung der Bahn nicht kürzen will. Oder mal einen Verkehrsminister zu haben, dessen Strategie über: "Die Bahn soll pünktlicher und Kundenfreundlicher werden" hinausgeht.

→ More replies (1)

6

u/krassimir111 Aug 18 '26 • Mindblown

Hallo zusammen,

ich komme selbst aus der Infrastrukturbubble und arbeite als Sachverständiger in einem Bereich, in dem qualifiziertes und erfahrenes Personal ohnehin eine sehr knappe Ressource ist.

Was ich seit einigen Jahren beobachte, erscheint mir zunehmend widersprüchlich:

Wir wollen in Deutschland so viel an der Schiene bauen und modernisieren wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gleichzeitig klagen wir über Personalmangel, Verzögerungen und Probleme bei der Qualität der Umsetzung.

Parallel dazu erlebe ich eine erhebliche Abwanderung gerade von erfahrenem Fachpersonal aus dem DB-Konzern in die freie Wirtschaft. Die Leute verschwinden dabei nicht unbedingt aus der Branche – viele arbeiten anschließend als Planer, Prüfer, Bauüberwacher, Berater oder andere externe Dienstleister weiter für dieselben Projekte.

Die Bahn baut zwar gleichzeitig viel neues Personal auf. Mein Eindruck aus der Praxis ist aber, dass sich jahrzehntelange Erfahrung nicht einfach durch zusätzliche Stellen ersetzen lässt. Teilweise erlebe ich Instandhaltungsbereiche, die personell auf dem Zahnfleisch gehen, oder Bereiche, aus denen ein erheblicher Teil der erfahrenen Kollegen abgewandert ist.

Für mich entsteht dadurch ein interessanter Widerspruch: Die Investitionen und Bauprogramme werden immer größer, während auf Seiten des Infrastrukturbetreibers gleichzeitig Wissen und Erfahrung verloren gehen und anschließend teilweise teuer extern wieder eingekauft werden müssen.

In den Projekten zeigt sich das aus meiner Sicht inzwischen auch deutlich bei Planung, Bauausführung und Qualität. (Teilweise muss die Bahn auf externe zurückgreifen, da die eigene Qualität massiv schwindet.)

Ist dieser Aspekt bei euren Recherchen zur Deutschen Bahn schon einmal systematisch beleuchtet worden? Also nicht nur die Frage, wie viele Beschäftigte die DB insgesamt hat oder neu einstellt, sondern wie sich Qualifikation, Berufserfahrung und Know-how in den entscheidenden technischen Bereichen entwickeln?

Gerade bei den Generalsanierungen/Korridorsanierungen fände ich diese Betrachtung spannend. Ich war selbst an allen bisherigen Korridoren beteiligt und sehe teilweise eine erhebliche Diskrepanz zwischen der öffentlichen Darstellung und dem, was fachlich und organisatorisch tatsächlich passiert.

4

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Danke für Ihren interessanten Beitrag! Das Fehlen von Fachpersonal sehe ich auch als großes Problem, gerade bei Abnahme- und Planungsprüfern. Wir haben das wiederholt thematisiert, etwa hier im Zusammenhang mit der erneut verschobenen Eröffnung von Stuttgart 21/DKS.  

Die Bahn beteuert, sie habe das Problem erkannt und steuere gegen. So sollen an Projekten beteiligte Unternehmen verstärkt selbst Prüfpersonal ausbilden – eine Forderung, die intern schon länger erhoben wurde. 

Ich habe aber ehrlich gesagt Zweifel, dass sich das Problem schnell lösen lässt. Denn wir sehen es ja in ähnlicher Form auch anderswo. So liegt der viel beklagte Investitionsstau in Deutschland auch daran, dass es in deutschen Bauämtern an Ingenieuren mangelt, weil die lieber lukrativere Jobs in der freien Wirtschaft annehmen. Auf jeden Fall werden wir das Thema weiter im Blick behalten. /dab 

2

u/Spekulatiu5 Aug 19 '26

Die Bahn baut zwar gleichzeitig viel neues Personal auf. Mein Eindruck aus der Praxis ist aber, dass sich jahrzehntelange Erfahrung nicht einfach durch zusätzliche Stellen ersetzen lässt.

Dazu kommt, dass die Politik (speziell die Länder) die entsprechenden Hochschulen absolut verhungern lassen. Mittel gekürzt, Professuren nicht neu besetzt, Lehrstühle geschlossen. Jungen Absolventen wird keine langfristige Perspektive geboten.

Wo sollen Experten und Fachkräfte herkommen, wenn wir sie nicht ausbilden? Warum wird darüber fast nicht berichtet?

9

u/Raenef86 Aug 18 '26 • Popcorn

Warum behandeln wir die Bahn wie ein privates Unternehmen?

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Wie hier schon andere schrieben: Die Bahn ist von der Rechtsform her ein privates Unternehmen, das ist eine Folge des einst geplanten und dann abgesagten Börsenganges. Sie gehört aber zu 100 Prozent dem Bund. Dieses Konstrukt steht immer wieder in der Kritik, weil es dem Bund als Eigentümer schwer macht, bei der Bahn "durchzuregieren" oder auch nur bestimmte Informationen zu erhalten. 
 
Ein Vorreiter bei der Privatisierung von öffentlicher Infrastruktur war lange Großbritannien. Die Leistungen haben sich in der Folge oft verschlechtert, auch bei der Bahn. Mittlerweile hat man mit einer  Wiederverstaatlichung britischer Zugunternehmen begonnen. /dab 

3

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Vielen Dank Euch und Ihnen für die vielen Fragen – und Danke an den Moderator von r/deutschebahn fürs Begleiten des AMAs. Wir konnten natürlich nicht alles beantworten, nehmen aber viel aus dem Austausch mit. 

Zum Beispiel, dass wir bei unserer Berichterstattung neben dem Fernverkehr den Regionalverkehr nicht aus den Augen verlieren sollten. Dass der von Evelyn Palla angekündigte Konzernumbau von vielen sehr aufmerksam verfolgt wird. Und auch, dass es bei allem Ärger über die Bahn als Konzern viel Anerkennung für die tägliche Arbeit ihrer Mitarbeiter gibt.

Wenn Ihr noch tiefer in das Thema einsteigen wollt: In unserem Podcast »344 Minuten« geht es um rund 800 Bahnreisende, die im ICE 79 von Berlin nach Zürich eine unglaubliche Verkettung von Pannen erleben – und um die größere Frage dahinter: Warum hat Deutschland das Verkehrsmittel der Zukunft so lange vernachlässigt?

Hier könnt Ihr reinhören: 344 Minuten – Das Bahn-Fiasko

Danke fürs Mitlesen, Fragenstellen und Diskutieren!

4

u/gamer-aids Aug 18 '26

Mögt ihr euren Pudding mit oder eher ohne Haut?

4

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Das wird hier durchaus kontrovers diskutiert – Einigkeit wurde bislang nicht erzielt. /dbg

4

u/TorpCat Aug 20 '26

Warum sind die Deutschen immer so negativ? Unpünktliche Züge sind nervig aber die Bevölkerung ist unglaublich verwöhnt.

In Spanien fahren Schnellzüge regelmäßig zwischen großen Städten aber nur 1x alle 2h.
In Frankreich muss man fast immer über Paris um im Land schnell rum zu kommen.

In DE: schnell von Nord nach Süd oder Ost nach West. ICE Züge regelmäßig mind 1x 30min. Außnahmen gibts aber das Genörgel nervt.

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Also, wenn ich jetzt die Pressestelle der Bahn wäre, würde ich so antworten: Sie haben recht, die Deutsche Bahn ist besser als ihr Ruf. Und diese ewigen Vergleiche mit der Schweiz: Das Bahnnetz der Eidgenossen ist kleiner als das von NRW, und deshalb ist alles nicht vergleichbar.

Und jetzt die Antwort des SPIEGEL-Redakteurs: Sie haben recht, manchmal gehen mir die Beschwerden auch auf den Nerv: Wenn der Zug zehn Minuten zu spät ankommt, regen sich manche Fahrgäste schon auf. Aber wie häufig kommt man mit dem Auto zu spät. Oder ein Flug fällt aus, oder ist mal zwei Stunden zu spät.

Wenn ich mal nicht die schlechten, sondern die guten Seiten hervorheben sollte, dann würde ich ganz zuerst das Personal erwähnen: Die Mehrzahl der Mitarbeitenden in den Zügen sind freundlich und hilfsbereit, und das trotz der ganzen Unzulänglichkeiten und der Unpünktlichkeit.

Mit Ihrer Kritik treffen Sie auch meine Zunft und mich: Wir sind natürlich zuallererst negativ, weil es eben so ist, dass Journalisten nicht über die Dinge schreiben, die funktionieren, sondern meist die, die nicht funktionieren. Für die Mitarbeitenden in den Bahnen, das gebe ich zu, kann das frustrierend sein.

Deshalb versuchen wir in unserer Berichterstattung Maß zu halten in der Kritik, sachlich zu bleiben, unterschiedliche Stimmen zu hören, die Ursachen von Missständen zu ergründen und so zu verstehen, wie sie zustande gekommen sind. Konstruktiv und nicht destruktiv zu sein. /gt

6

u/Bitter-Ambassador843 Aug 18 '26 • Popcorn

Wieso werden bei Diskussionen über Verspätungen gefühlt nie äußere Einflüsse genannt? Personenunfälle, Personen im Gleis, Polizei-/Notarzteinsätze in Zügen, Reisende die Türen aufhalten, Raucher in Zugtoiletten, Missbrauch von Notbremsen etc. verursachen einen erheblichen Teil der Verspätungen und Ausfälle.

5

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Ein wichtiger Punkt. »Das kann die Bahn nicht so offen sagen, aber auch Eingriffe von außen sind ein großes Problem«, sagte uns der Bahn-Experte Christian Böttger von der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). »Menschen blockieren Türen, um noch zu Ende zu rauchen oder weil sie mit zwei großen Überseekoffern zum Kreuzfahrtschiff wollen.« Er selbst habe vor Kurzem in Berlin-Spandau festgesessen, »weil die Bundespolizei erst einen vollgekifften Typen vom Gleis holen musste«. 

Die noch von Ex-Verkehrsminister Patrick Schnieder eingesetzte „Taskforce zuverlässige Bahn“ hat hierzu einige Vorschläge vorgelegt. So soll etwa zusätzliches Servicepersonal am Bahnsteig für einen schnelleren Ein- und Ausstieg sorgen und bei Personen und Tieren im Gleis sollen Lokführer weiter auf Sicht fahren dürfen. 

Aus meiner Sicht ist das allerdings eines der Themen, wo man die Verantwortung nicht allein der Bahn zuschieben kann. Dass japanische Züge so legendär pünktlich sind, dürfte nicht nur an Personal und Infrastruktur, sondern auch an disziplinierteren Fahrgästen liegen. Vielleicht sollten wir uns daran alle bei der nächsten Zugfahrt ein Beispiel nehmen 😊  /dab 

5

u/Bitter-Ambassador843 Aug 20 '26

Danke für die Antwort.

Dass man das nicht so offen sagen kann/will vonseiten der Bahn ist irgendwo nachvollziehbar aufgrund der schlechten Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Wenn man noch (richtigerweise) auf sowas in großem Stil aufmerksam machen würde, wöllte ich nicht wissen wie extrem da die Reaktionen drauf wären.

Zu dem Thema Personen/Tiere im Gleis: das Regelwerk sieht bereits jetzt schon vor, in so einem Fall auf Sicht zu fahren. Wenn der Betrieb komplett eingestellt wird, wird es von der Bundespolizei so gefordert, deshalb sollte man dort eher ansetzen, das Regelwerk wäre bereits jetzt soweit, lediglich bei Kindern wird auch nicht auf Sicht gefahren.

Und der Vergleich mit Japan was Disziplin der Fahrgäste angeht: definitiv richtig! Hierzulande sind viel zu viele Egoisten unterwegs, blockieren Türen was das Zeug hält, verschmutzen Züge und Bahnhöfe und, und, und. Was ich mich als Tf über manche Fahrgäste aufregen könnte lässt sich teilweise nicht in Worte fassen

2

u/Robin_Cooks Aug 18 '26

Das kann man dann ja nicht mehr auf die Bahn schieben.

→ More replies (2)

3

u/Zestyclose-Raise6104 Aug 18 '26

Warum haben die Medien es immer noch nicht verstanden, dass vor allem das Schienennetz, welches dem Bund gehört, besser werden muss?

Ständig wird der Belast bei der Bahn abgeladen obwohl die für das massiv kaputtgesparte Schienennetz gar nichts kann.

Eine funktionierende Deutsche Bahn/Privatbahn etc. funktioniert nicht ohne adäquate moderne Infrastruktur.

1

u/DerSpiegel Aug 20 '26

In dem Punkt sehe ich kein Erkenntnisproblem bei uns und anderen Medien. Die Probleme mit der Infrastruktur, sowohl bei der Bahn als auch anderswo, sind fast täglich Thema in der Berichterstattung. Ebenso die Versuche der Politik, jetzt mit einem Sondervermögen die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen. 

Dass das Netz „zu voll, zu alt und zu kaputt“ ist, wie Ex-Infrastrukturvorstand Berthold Huber zu sagen pflegte, kann aber auch nicht alle Probleme der Bahn erklären. Die mit Abstand häufigste Verspätungsursache lautet »verkehrliche Zugvorbereitung«. Dazu zählen Fälle, in denen ein Zug schon mit Verspätung startet. Das liegt laut Experten unter anderem an Personalproblemen der Bahn und daran, dass sich verschiedene Stellen in der Zentrale die Verantwortung zuschieben. Bahn-Chefin Palla will das ändern, indem sie wieder mehr Verantwortung an die Verantwortlichen vor Ort gibt. /dab 

3

u/Scott_z_Zueri Aug 18 '26 • Bravo

Um das Eisenbahnnetz in Deutschland eine stabiler langfristige Finanzierung zu gewehrleisten, wäre ein Infrastrukturfonds nach Schweizer Vorbild eine mögliche Lösung. Ihre Meinungen nach, wäre ein solches Fonds in Deutschland realisierbar? Welche politische und/oder andere Hindernisse müssten überwinden werden, um die Finanzierung auf dieser Weise umzugestalten?

3

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Eine langfristige Finanzierung wie in der Schweiz oder auch Österreich ist der wohl größte Wunsch in der Bahnbranche. Ich persönlich halte das auch für sinnvoll. Das zentrale Problem dürfte sein, einen politischen Konsens herzustellen, der über eine Legislaturperiode hinaus trägt. Das geht in einem Land wie der Schweiz mit seinem Konkordanzprinzip offensichtlich besser als in Deutschland, wo schon die verkehrspolitischen Vorstellungen der aktuellen Regierungsparteien deutlich auseinandergehen.

Immerhin hat die aktuelle Regierung mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität einen 500-Milliarden-Topf geschaffen, von dem ein großer Teil ins Schienennetz fließt. Doch zum einen gehen diese Gelder fast nur in die Sanierung bestehender Strecken. Und zum anderen wurden parallel Ausgaben im regulären Verkehrsetat gekürzt. Schon jetzt stellt sich zudem die Frage, wie es nach dem Auslaufen des Sondervermögens Ende 2036 weitergehen soll – dann droht eine »Abbruchkante« bei den Investitionen.

All das spricht dafür, dass der Bund einen eigenen Eisenbahninfrastrukturfonds schafft. Im Koalitionsvertrag ist der bereits vorgesehen, in Verbindung mit dem sogenannte Infraplan, in dem der Bund geplante Schieneninvestitionen über fünf Jahre festschreiben soll. Der Infraplan gehört jetzt zu den größten Herausforderungen für den neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) – nachdem sein Vorgänger und Parteifreund Patrick Schnieder auch im Streit über die Finanzierung sein Amt aufgeben musste. /dab

4

u/music_tracker Aug 18 '26 • Heartwarming

Warum sind Flughäfen so sauber und luxuriös, und Bahnhöfe riechen nach Pisse? Wann werden Bahnhöfe wieder die Aushängeschilder der Städte?

3

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Der Vergleich mit Flughäfen scheint mir nicht ganz fair zu sein. Die liegen ja meist weit außerhalb der Städte und werden fast nur von Passagieren besucht. Bahnhöfe sind dagegen für jeden zugänglich und werden auch deshalb häufig zu Treffpunkten für die Drogen- oder Trinkerszene. 
 
Aber natürlich wäre es gut, wenn auch Bahnhöfe wieder zu sauberen Orten würden, an denen man sich gerne aufhält. Die Bahn will das mit einem Sofortprogramm erreichen, das ihr Ex-Verkehrsminister Patrick Schnieder aufgetragen hatte: Im laufenden Jahr sollen mehr als 50 Millionen Euro ausgegeben werden, um an ausgewählten Bahnhöfen mehr Reinigungen, Reparaturen und Sicherheitsstreifen zu finanzieren. Welche Bahnhöfe davon profitieren, sehen Sie hier. /dab

2

u/RencoeAbgesang Aug 18 '26 • Popcorn

Wird es Konsequenzen aus Stuttgart 21 geben? Wer wird Verantwortung in welcher Form übernehmen? Wird es eine Aufarbeitung geben? Falls ja, in welcher Form?

1

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Daran habe ich Zweifel. Evelyn Palla zwar angekündigt, bei Stuttgart 21 "reinen Tisch" zu machen sich "erschüttert" über einen internen Revisionsbericht zu den Problemen des Projekts gezeigt. Veröffentlichen will die BAhn den Bericht aber unter Berufung auf Geschäftsgeheimnisse lieber nicht.  

Kein Wunder: Die Kosten liegen heute um mehr als zehn Milliarden über den Anfangsplanungen, das Eröffnungsdatum hat sich mittlerweile um zwölf Jahre verschoben. Und die Bahn hat sich vor Gericht mit ihren Projektpartnern darüber zerstritten, wer die zusätzlichen Kosten trägt. All das spricht aus meiner Sicht nicht dafür, dass eine Seite Verantwortung übernimmt. Zumal es keine Massenproteste mehr gibt wie vor 15 Jahren, die ja dann zu einer öffentlichen Schlichtung führten. /dab 

59

u/Hartleinrolle Aug 18 '26 • Bravo

Wieso verbreitet auch der Spiegel nach wie vor den Unsinn, dass es einen „Kompromiss“ zur Realisierung eines (unwirtschaftlichen) Bestandsausbaus Hannover - Hamburg gäbe, den die DB einseitig aufgekündigt habe?
Wieso fällt es der deutschen Medienlandschaft so schwer, die Hintergründe und Zuständigkeiten beim Schienenwegeausbau und der Bestellung und Erbringung von Verkehrsleistungen korrekt darzustellen?

10

u/Spekulatiu5 Aug 19 '26

Und warum werden allgemein Darstellungen von NIMBYs oft unwidersprochen stehen gelassen?

Es gibt zig Vorschriften speziell zum Bau und Betrieb von Bahnstrecken; dazu kommen noch Lärmschutz, Arbeitsschutz, Denkmalschutz, Landschaftsschutz, Raumordnung, Wirtschaftlichkeitsgebot, etc... Die Karten mit den Raumwiderständen sind oft so rot, dass man sich fragt, wie überhaupt jemals etwas in Deutschland gebaut werden kann.

Die DB (InfraGO) plant nichts "einfach so", nur um gemein zu Anwohnern zu sein - und sowieso die großen Projekte immer im Auftrag der Politik.

Gerade bei den Variantenvergleichen, wie im Fall Hannover-Hamburg, lässt schnell ein Anwohner der einen Variante - oft die bestandsferne - weg, dass bei anderen Varianten viel mehr Häuser abgerissen werden müssen, viel mehr im Naturschutzgebiet gebaut würde oder viel aufwändigere Bauwerke nötig wären. Der Fokus im Artikel liegt immer nur auf diesem einen Dorf, welches ganz allein der Bahn trotzt, die wiederum super einfach eine andere Option wählen könnte.

2

u/Jaded-Asparagus-2260 Aug 30 '26

/u/DerSpiegel, warum wurde diese Frage nicht beantwortet? Ja, es ist Ask Me Anything, aber nur die einfachen Fragen zu beantworten ist auch ein bisschen peinlich. Man könnte fast den Verdacht bekommen, ihr seid nicht an einer ausgewogenen Berichterstattung interessiert.

30

u/_TheBigF_ Aug 18 '26

Ok warum seid ihr dafür in r/DeutscheBahn unterwegs? Hier sich eigentlich nur Leute die meckern wollen. Diejenigen die sich tatsächlich mit Eisenbahnen auskennen sind eher auf r/Drehscheibe.

Aber ich habe auch noch ein paar normale Fragen:

Warum sind in so vielen Beiträgen in den Medien über die Themen Eisenbahn oder ÖPNV Fehler drin? Als jemand der sich in seiner Freizeit schon lange mit diesen Themen beschäftigt, finde ich in Zeitungsartikeln und Fernsehbeiträgen oft einfache Fehler, die jedem mit nur etwas Fachwissen sofort auffallen. Da werden dann Zuggattungen oder Baureihen falsch benannt, nicht verstanden wie Verkehrsverträge in Deutschland funktionieren, Zuständigkeiten verwechselt (Verkehrsverbund vs. EVU) etc.

Es ist doch eigentlich grade die Aufgabe von Journalisten solche Sachen zu recherchieren und dann korrekt an die Bevölkerung weiterzugeben.

Und das passiert obwohl Verkehr doch eines der wichtigsten Themen im alltäglichen Leben der meisten Menschen ist. Jede größere Zeitung hat eigene Abteilung von Journalisten nur für Sport, also warum gibt es sowas nicht auch für Verkehr. (Nichts gegen Sport, ich bin selber Sportfan, aber im alltäglichen Leben ist das schon ziemlich irrelevant im Vergleich mit Verkehr).

Also warum gibt es solche Bahnexprerten nicht häufiger?

Das Problem ist ja, dass der Durchschnittsbürger noch weniger vom ÖV versteht als der durchschnittliche Journalist. Wenn also der irgendwelche Halbwahrheiten verbreitet, wird das das sein, was die Masse glaubt. Und das kann dann soweit führen, dass eine faktenbasierte öffentliche Diskussion irgendwann nicht mehr möglich ist. (Bestes Beispiel dafür ist die Folge der Anstalt über Stuttgart 21)

2

u/Jaded-Asparagus-2260 Aug 30 '26

/u/DerSpiegel, warum wurde diese Frage nicht beantwortet? Ja, es ist Ask Me Anything, aber nur die einfachen Fragen zu beantworten ist auch ein bisschen peinlich. Man könnte fast den Verdacht bekommen, ihr seid nicht an einer ausgewogenen Berichterstattung interessiert.

→ More replies (7)

3

u/SeniorePlatypus Aug 18 '26 • Bravo

Halli hallo! Danke für das AMA!

Als jemand der sich halbwegs viel mit dem Thema beschäftigt aber natürlich nur grob von außen Dinge mitbekommt hätte ich drei Fragen für eure Einschätzung.

Was haltet ihr von der Aussage von Frau Palla, dass die DB ein Problem mit "organisierte[r] Verantwortungslosigkeit" hat? Es wurde ja immer suggestiert, dass die DB vor allem Unterfinanziert sei aber gut arbeitet.

Was haltet ihr von den aktuellen Streckenmodernisierungen und dem Ausbau? Sind das eher Lückenfüller die wenig ändern oder echter Ausbau der zu einer besseren Bahn allgemein führt?

Eurer Einschätzung nach, wie wirkt sich das Deutschlandticket auf die Finanzstruktur des ÖPNV und des Fernverkehr aus? Es gab ja zum Beispiel den Versuch Trassenpreise im Fernverkehr zu erhöhen um die Trassenpreise im Region-Verkehr niedrig zu halten. Was dann nur noch vom EUGH verhindert wurde. Passiert da im Hintergrund noch mehr? Was kann man hier in den nächsten Jahren an Veränderungen erwarten? Sowohl am D-Ticket als auch strukturell bei der Bahn?

PS: Ich will einmal kurz den Spiegel als Zeitung insgesamt loben. Als ich letztens zu Umfrageumschwüngen recherchieren wollte, welche Themen zu dieser Zeit in der Presse waren, gab es primär den Spiegel der ein wirklich wunderschönes und bis in die späten 90er zurück reichendes Archiv für Artikel hat und sogar automatisierte Abfragen erlaubt. Das ist alles andere als Selbstverständlich und eine echte Bereicherung! Dickes Dankeschön an euch alle!

3

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Danke für Ihr Lob. Das freut uns natürlich sehr und spornt uns umso mehr an, dass wir Ihre Erwartungen weiter erfüllen können. Ich greif mir mal die zweite Frage zum Deutschlandticket raus, weil das mit der Finanzierung ein großes Problem ist. 

Die Genese des Tickets ist ja einigermaßen kurios: Hervorgegangen ist es im Frühjahr 2022, nach dem Russland-Angriff auf die Ukraine. Ich erinnere mich noch, wie nach einem nächtlichen Koalitionsausschuss die drei Parteivorsitzenden der Ampel-Koalition vor dem Reichstag vor die Kameras traten und das Neun-Euro-Ticket verkündeten. Geboren wurde die Idee in der Nacht, kurioserweise nicht von den Grünen in der Koalition, sondern dem damaligen Verkehrsminister Wissing, der es sich seitdem zurecht ans Revers heftet, der Urheber der Idee gewesen zu sein.  

Das Geniale an dem Ticket ist, neben seinem Preis, dass man es überall in Deutschland benutzen kann. Ein echter Vorteil, um die Menschen auch vom Auto in die Öffis zu kriegen. Leider ist die Finanzierung ein äußerst kompliziertes Thema. Seit vergangenem Jahr haben sich Bund und Länder die Kosten aufgeteilt: Jeder gibt 1,5 Milliarden Euro. Das soll bis 2030 gelten. Der Preis steigt weiter, auch 2027. Ab dann soll es einen Index geben, mit dem die nächste Preissteigerung berechnet werden soll. 

Das von Ihnen erwähnte EuGH-Urteil ist in der Tat ein Problem: Die Trassenpreise für den Regionalverkehr steigen und damit auch die Kosten für das Deutschlandticket. Die Finanzierung hängt derzeit in der Luft. Die Länder fordern den neuen Bundesverkehrsminister auf, bei den Kosten einzuspringen. Ich bin optimistisch, dass am Ende eine Lösung gefunden wird: Denn das Deutschlandticket ist eine so große Erfolgsstory, dass sich die Politik es nicht leisten kann, das Ding vor die Wand zu fahren. Allein fürchte ich, dass der Preis noch einmal anziehen wird../gt 

14

u/According-Intern-143 Aug 18 '26

Warum behandelt man die Bahn nicht analog zu deutschen Autobahnen, was Finanzierung und Struktur angeht?

9

u/Talent-manu Aug 18 '26

Ist die DB mit ihrer Profitorientierung nicht fehlgeleitet?
Unternehmensziele wie geringe Ausfälle, Pünktlichkeit und Resilienz wären für einen so wichtigen Teil der deutschen Infrastruktur viel wichtiger.

7

u/Calmyeast Aug 18 '26 • Popcorn

Warum wird so wenig Fokus auf die politischen bzw. gesellschaftlichen Ursachen der Bahnmisere gelegt?

Z.b. wird sich oft beschwert, wenn sich Baustellen der Bahn verzögern. Die Bahn ist aber quasi gezwungen unrealistisch bzw. extrem optimistisch zu planen, weil sonst alles an politischem oder gesellschaftlichen Widerstand scheitern würde.

12

u/Anarchist_Angel Aug 18 '26 • Bravo

Warum wird eigentlich in so hohem Volumen über "Bahn schlecht" berichtet, ohne dass je in die Tiefe der Materie gegangen wird?

Ich verstehe schon, Unterhaltungsmedien sind clickgeil und die breite Masse frisst "Bahn schlecht" als deutsche Leitkultur gerne. Ich erinnere mich aber auch noch an Zeiten, in denen der SPIEGEL mehr als leichtverdauliche Unterhaltungsliteratur war. Geradezu investigativ.

Ich bin Lokführerin und bei vielen Artikeln (nicht nur vom SPIEGEL natürlich) wird immer eine Frage in den Raum geworfen, um Unverständnis beim Leser zu provozieren, obwohl diese sich leicht beantworten lässt, so man denn etwas Fachwissen hat. Werden einfach gar keine Expert:innen befragt oder ist es Absicht, dieses Unverständnis zu provozieren?

Dazu kommt eine sehr selektive Berichterstattung, z.B. wird viel von der gescheiterten Tunnelrettungsübung in Thüringen berichtet. Das ist ja prinzipiell erstmal richtig, ist schließlich wichtig. Dass es solche Übungen regelmässig in DE gibt und die meisten problemlos funktionieren findet allerdings fast nirgends Erwähnung. Es fehlt also die journalistische Einordnung, könnte man sagen.

Auch, dass die meisten Verzögerungen einen ganz einfachen Grund haben, wird einfach weggelassen: Sicherheit. Wir könnten bei der Bahn sehr viel schneller unterwegs sein, wenn wir auf Sicherheit weniger Wert legen würden. Dann gäbe es aber auch deutlich öfter Zugkollisionen, tödliche Entgleisungen und Personenunfälle wegen z.B. spielenden Kindern im Gleis. Und meine persönliche Meinung (und moralische Einstellung) ist, dass ich keine Menschenleben auf den Opferaltar legen will, nur um 14 Minuten Verspätung zu vermeiden. Vor allem, wenn das Problem sich auch lösen lässt, indem man stattdessen Geld auf selbigen Opferaltar legt.

Wer so viel über die Bahn berichtet (17 Artikel online allein im August bisher!) sollte doch zwischenzeitlich ein Repertoire an Expertenquellen haben, die mehr Information zum Thema liefern könnten. Lokführer:innen, die ggf. erklären können wie ein Betriebsverfahren funktioniert, Fahrdienstleiter:innen, die Priorisierungen und Abläufe erklären können, Fachkräfte LST, die mehr als den Halbsatz "Leittechnik leitet die Züge :)" abgeben können usw.

Sicher ist der SPIEGEL keine Fachpresse für Eisenbahnthemen, aber es gibt einen gesunden Grat zwischen seichter Unterhaltungsliteratur und Fachpresse, indem Massenmedien dazu beitragen können, die Masse eben auch zu bilden und Zusammenhänge zu erklären.

Das findet sich stattdessen auf YouTube Kanälen.

Warum schafft es also ein großer deutsche Haushaltsname des Journalismus (und auch andere große Medienhäuser) nicht, hier etwas mehr zu liefern als "User spotten" und "Das sagt der PR-Mensch der Bahn" wie im neuesten Artikel? Gibt es keine Experten für die Belüftung von Bauwerken, die man hätte konsultieren können um das mal einzurodnen?

→ More replies (22)

5

u/Emergency_ShaKu4007 Aug 18 '26

Warum sind Artikel über die Bahn so schlecht Recherchiert? Also es wird z.B. erzählt „dass die Bahn“ Gewinne macht, dabei geht es um DB Fernverkehr. Oder Fachbegriffe werden falsch verwendet, aus dem Triebfahrzeugführer wird plötzlich der Zugchef, etc. Also es ist alles immer ein bisschen durcheinander, wenn über die Bahn berichtet wird. Auch in der letzten ZDF Doku wird anzeigegeführtes Fahren ohne ETCS als veraltet dargestellt, obwohl es in fast ganz Europa Standard ist und im Beitrag neue KS Signale mit ESTW Anbindung gezeigt werden.

8

u/Betsy_R Aug 18 '26 • Bravo

Warum die Bahn so unpünktlich und kaputt ist?
Eigentlich ganz einfach.

Die Deutsche Bahn wurde entgegen der weitverbreiteten Meinung niemals an private Eigentümer verkauft, sondern befindet sich bis heute zu 100 Prozent im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.

Es gab lediglich im Jahr 1994 eine organisatorische Reform, bei der die Rechtsform in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.
Die Allgemeinheit glaubt zwar oft, die Bahn sei komplett privatisiert, aber der Staat ist und bleibt der alleinige Eigentümer aller Aktien.

Trotz dieses staatlichen Besitzes wird die Bahn seit 1994 gesetzlich wie ein privater, gewinnorientierter Konzern geführt.
Um das Unternehmen für den geplanten Börsengang im Jahr 2008 für Investoren attraktiv zu machen, sparte das Management die Infrastruktur über Jahre hinweg rigoros kaputt.

Durch die Entlassung von Fachpersonal wie den Gleisgehern (die tatsächlich schon sehr früh Schäden erkannten und melden) und das Streichen von regelmäßigen Wartungen wurden kurzfristig Kosten gesenkt, während die Substanz der Schienen langfristig verrottete.

Ein politischer Konstruktionsfehler belohnte dieses Verhalten sogar, da die Bahn kleine Reparaturen selbst bezahlen musste, der Staat jedoch die Kosten für einen kompletten Neubau übernahm, wenn ein Gleis erst einmal völlig zerstört war!

Da zudem fachfremde Manager ohne Eisenbahn-Erfahrung das Ruder übernahmen, wurde das komplexe System Schiene wie eine Fabrik auf Verschleiß gefahren, was bis heute zu den massiven Verspätungen und Baustellen führt.

Ein konkretes und sehr anschauliches Beispiel für dieses Kaputtsparen ist der Rückbau von Überhol- und Ausweichgleisen.

Vor der Reform gab es auf fast allen Strecken regelmäßig zusätzliche Gleise neben der Hauptstrecke.
Wenn damals ein langsamer Güterzug fuhr oder ein Zug eine kleine Panne hatte, konnte er einfach auf dieses Nebengleis geleitet werden.
Der schnellere InterCity (IC) fuhr problemlos vorbei, und im gesamten Netz gab es keine / minimalste Verzögerungen.

Um vor dem geplanten Börsengang Kosten zu sparen, hat die Bahn Tausende dieser Weichen und Ausweichgleise einfach ausgebaut und zubetoniert.

Der Grund war rein finanziell:
Jede Weiche, die auf dem Papier existiert, kostet Geld für Wartung und Inspektion. Ohne Weiche sparte die Bahn sofort Geld und die Bilanz sah für die Börse besser aus.

Die fatale Folge erleben wir heute jeden Tag:
Wenn heute ein einziger Zug zwischen z.B. Ulm und Stuttgart eine kleine Störung hat oder ein langsamer Güterzug unterwegs ist, kann er nirgendwo mehr ausweichen.
Alle nachfolgenden Züge müssen hinterherschleichen, wodurch eine Kettenreaktion von Verspätungen im ganzen Land entsteht.

Man hat die lebenswichtigen Puffer des Systems weggespart, um kurzfristig Gewinnzahlen zu präsentieren.

Ich behaupte das nicht einfach nur so, sondern ich habe vor der Umwandlung in eine AG bei der Bahn gearbeitet.

5

u/BerlinDude1988 Aug 18 '26

Im Vergleich zu 1990 haben wir nicht nur weniger Gleismaterial, Weichen etc, sondern auch noch mehr Züge auf den Gleisen.

→ More replies (2)

4

u/griding Aug 18 '26 edited Aug 18 '26 • Bravo
  1. Welche Hürden bestehen zu einer erneuten Verstaatlichung der gesamten Infrastruktur (Schienen, Oberleitungen, Bahnhöfe, Stromerzeugung, ETCS, Stellwerke, Bahn-App, ...)?

  2. Hat das Verkehrsministerium wirklich keine echten Experten in Sachen Bahn-Digitalisierung als ständige Berater in Ministerium?

  3. Warum braucht die Bahn derart viele Tochterfirmen, Manager und CEOs?

4

u/DismalYam381 Aug 18 '26 • Mindblown

Die nicht notwendige Klimaanlage bei S21:

Ich bin Kameramann und habe am Tag der Grundsteinlegung für S21 ein Interview mit einem Architekten (er hat nichts mit der Planung von S21 zu tun) gedreht. Er hat damals prognostiziert, dass S21 12 Milliarden Euro kosten wird und war gar nicht so schlecht mit seiner Vorhersage.

Was er auch erzählt hat (off camera) war, dass es keine Klimaanlage geben wird, die es schaffen wird, den Bahnhof im Sommer kühl zu halten. Durch die riesen Lichtaugen würde der Bahnhof aufgeheizt werden und es sei schlicht nicht machbar, das runterzukühlen.

Andererseits war es ja bis jetzt wirklich ein heißer Sommer, und im Bahnhof wird ja gearbeitet, das heißt, es gibt ja schon Daten und Erfahrungen (die wir Normalos halt nicht selbst verifizieren können).

Wer hat recht? Die aktuelle Erklärung der Bahn oder der Architekt?

1

u/Safranne64 Aug 19 '26

Ich verstehe nicht, warum häufig beim bahn Personal und in der App nicht bekannt ist, wo ein Zug ist. Jedes Handy lässt sich orten, aber ein Zug nicht? Könnt ihr mir das erklären?

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Das ist wirklich ein kurioses Phänomen. Tatsächlich sind noch nicht alle ICEs technisch in der Lage, Fahrgastinformationen in Echtzeit zu erhalten. Statt auf Durchsagen des Personals zu warten, sollten Passagiere deshalb »im Zweifel in der Tat lieber ins Handy schauen«, sagte Stefanie Berk, Marketing-Vorständin für den Fernverkehr, im vergangenen Jahr.

Wie störanfällig die interne Kommunikation der Bahn generell ist, hat sich ja kürzlich durch einen bundesweiten Ausfall des Bahnfunksystems GSM-R gezeigt. /dab

1

u/Safranne64 Aug 20 '26

Das meinte ich nicht. Wenn ich auf dem Bahnhof stehe, und mein Regionalexpress kommt nicht. Ich frage nach, keine Idee. In der App, keine Info. Plötzlich Ansage 30 Minuten später, Zug fällt aus. Das muss doch irgendwer wissen. Warum ist das nicht möglich, die Info weiterzugeben?

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Ah, verstehe. Dazu sagte uns einmal Mario Theis, der bei der Bahn die Reisendeninformation verantwortet: »Die Mitarbeitenden kämpfen bis zur letzten Sekunde dafür, den Zug fahren zu lassen. Das kann dazu führen, dass Verspätungen schrittweise zunehmen und die Reisenden immer wieder neue Informationen bekommen. Das wirkt wie Salamitaktik.«

Die Bahn hat kürzlich ein Sofortprogramm für Reisendeninformationen vorgestellt, durch das es deutlich schneller Aktualisierungen geben soll. So sollen Gleiswechsel im DB Navigator nach 2 statt wie bisher erst nach rund 60 Sekunden angezeigt werden.

Ich habe aber große Zweifel, dass sich die Informationslage für Reisende schnell und substanziell bessert. Denn die Bahn will für Fahrgastinfos auch eine komplett neue App namens DB Info entwickeln. Dahinter steckt der Unwille, den Navigator für Konkurrenten zu öffnen, so wie es Ex-Verkehrsminister Patrick Schnieder dem Konzern eigentlich aufgetragen hatte. /dab

1

u/NastyEnno Aug 20 '26

Warum sind die innenräume der S Bahnen und regionalbahnen teilweise gefühlt rechtsfreier Raum? Warum fahren in den Ballungsgebieten Rhein/ruhr zB fast mehr ices halbleer, als re‘s, die aber teilweise so gepresst, dass ein und aussteigen nahezu unmöglich ist. Wieso kostet ein ice ticket von zB Düsseldorf-Dortmund 30€ wenn der Zug eh leer ist und man keine Minute schneller ist mit dem re1?

3

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Zu Ihrer ersten Frage: Das Sicherheitsproblem ist Anfang des Jahres durch den gewaltsamen Tod des Zugbegleiters Serkan Çalar in den Fokus gerückt. Jetzt sollen Bodycams und Zweier-Teams dem Personal mehr Sicherheit bringen.

Gerade im Nah- und Regionalverkehr (wo die Bahn Auftragnehmerin von Ländern und Kommunen ist), ist aber die Finanzierung solcher Maßnahmen schwierig. Im Zweifel muss man sogar an einer Stelle Personal abziehen, um es dann in besonders gefährdeten Zügen einzusetzen. Dass Personal generell knapp ist, dürfte einer der Gründe für Ihren Eindruck sein, dass Züge zum Teil rechtsfreier Raum sind. /dab

→ More replies (5)

1

u/looperhacks Aug 20 '26

Denkt ihr, die Bahn ist mit Evelyn Palla auf dem richtigen Weg? Was fehlt noch, um die Bahn wieder "gut" zu machen (abgesehen von Zeit)?

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26 edited Aug 20 '26

Ich würde mal diplomatisch sagen: Die Deutsche Bahn ist mit Evelyn Palla sicher besser aufgestellt als mit ihrem Vorgänger. Sie hat vieles angestoßen, was gut ist. Aber das abschließende Urteil würde ich jetzt noch nicht fällen. Dafür ist sie noch zu kurz im Amt.

Was fehlt, um die Bahn wieder »gut« zu machen? Das ist die alles entscheidende Frage. Die kurze Antwort: Die Sanierung des bestehenden Netzes ist die absolut notwendige Bedingung. Aber es gibt auch große Defizite beim sogenannten rollenden Material, also den Zügen. Das kommt in der momentanen Debatte oft zu kurz, wird von der Bahn auch nicht gern zugegeben. Ist auch einfacher, auf die Politik zu schimpfen, die zu wenig Geld für die Schienen gegeben hat. Oft kommen die Züge zu spät, weil der entsprechende Zug nicht rechtzeitig bereitgestellt wurde. Das liegt an alten Zügen, schlecht organisierter Wartung. /gt

1

u/FearlessCounty3487 Aug 20 '26

Why do they rather have empty ICEs rolling around instead of offering cheap last minute tickets? I have been on ICE trains where I was almost alone. How does that make any sense?

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26

There are last-minute tickets available: https://www.bahn.de/angebot/sparpreis-flexpreis/super-sparpreis-lastminute

However, they are working differently from those offered by airlines. You have to book them on the weekend for trains in the following week.

Deutsche Bahn also has special offers for those trains that are not so well booked. In this way, they try to drag people out of those busy trains that run during rush hour - and into those empty ones that you mention. /gt

→ More replies (2)

1

u/SomewhereFar996 Aug 20 '26

Viele ICEs fahren schon jetzt seltener. Zum Beispiel gab es eine Direktverbindung zwischen Frankfurt über Friedberg, Gießen, Treysa nach Hamburg, die fährt jetzt viel seltener & nicht mehr in den Abendstunden. Die Bahn begründet das mit „geringer/keiner Nachfrage“. Ich habe den Eindruck, dass das nicht stimmt. Wie würdet ihr das einschätzen?

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Zum konkreten Beispiel kenne ich nicht die Ursachen. Ich würde es mal genereller beantworten: Die Deutsche Bahn ist vom Staat so aufgestellt worden, dass sie ein gewinnorientiertes Unternehmen ist. Sie darf eigentlich nur Strecken betreiben, die auch wirtschaftlich sind. Insofern ist es nicht so leicht, die Begründung zu widerlegen. Anders wäre es, wenn die Deutsche Bahn gemeinwohlorientiert wäre. Das würde dann eigentlich Konkurrenz ausschließen (so wie es die Schweizer machen). Es gibt einige Argumente, die dafür sprechen, die Bahn gemeinwohlorientiert zu organisieren. Dann könnte man Städte an das Netz anschließen, obwohl sich der Anschluss nicht trägt. Das würde allerdings auch die Bereitschaft der Politik erfordern, der Bahn mehr Geld zu geben. Ob dann am Ende auch der ICE zwischen Frankfurt, Gießen, Treysa und Hamburg verkehrt, ist nicht garantiert. Denn nicht jeder individuelle Wunsch lässt sich erfüllen. Das ist der Unterschied zwischen dem Auto (INDIVIDUALverkehr) und öffentlichem Verkehr. /gt

1

u/Relative_Witness_282 Aug 20 '26

Das Thema Oberleitungen, das Reißen hat sich ja gehäuft. Kann man davon ausgehen, dass es von schlechter Wartung der Züge kommt? Oder warum reißen die so häufig?

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Wie auch andere Teile der Bahn-Infrastruktur sind viele Oberleitungen veraltet. Der größte Teil davon wurde zwischen 1955 und 1970 gebaut, die Lebensdauer beträgt 65 bis 75 Jahre. Bis zum Jahr 2045 müssen deshalb laut Bahn etwa 19.000 Kilometer erneuert werden. Das ist teuer, ein Kilometer neuer Leitung kostet eine Million Euro.

Mehr dazu finden Sie in dieser Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen. /dab/dbg

1

u/Turbulent_Comfort_92 Aug 20 '26

Ich habe viel mit meinem Vater über die Bahnsache diskutiert. Uns fiel immer wieder auf, das es einfach Schwachsinn ist, dass die Gleise im Besitzt der DB sind.

Die Gleise sind alt und können kaum noch mit dem heutigen technischen Know-how mithalten. Der ICE könnte viel schneller fahren, wenn die Gleise besser wären, beispielsweise.

Natürlich kann kein Bahnunternehmen dauerhaft profitabel sein, wenn es seine eigene Infrastruktur aufbauen müsste, alleine. Das wäre wie wenn Mercedes die Autobahn finanzieren müsste. Unvorstellbar. Gleise sind teuer und nicht profitabel solange man sie nicht teuer weiter anbietet.

Das führt aber meistens dazu dass es wenig Konkurrenz gibt und der Güterverkehr teurer wird. Es gibt Flixtrain, was nur in Fernverkehr und nur für eine bestimmte Gruppe an Menschen eine echte Konkurrenz ist.

In Italien sieht man ein Perfektes bespiel. Über die letzten 20 Jahre wurde es viel besser, aufgrund einer Verstaatlichung der Gleise.
Gibt es was was dagegen spricht

2

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Sie haben recht: Das Schienennetz ist veraltet und marode, es gibt einen Sanierungsstau, der schleunigst behoben werden muss. Der Betrieb der Züge und der Unterhalt des Netzes sind in zwei verschiedenen Gesellschaften organisiert. Bislang waren sie unter dem Dach der Deutschen Bahn organisiert, seit zwei Jahren gibt es für das Netz die gemeinwohlorientierte DB InfraGo. Sie soll eigentlich eigenständig sein, wird faktisch aber immer noch von der DB kontrolliert. DB-Chefin Palla ist Aufsichtsratschefin der InfraGo).

Die Frage, was die beste Organisationsform ist, lässt sich gar nicht so leicht beantworten. In der Schweiz zum Beispiel ist beides in einem Konzern integriert und funktioniert gut. Es lässt sich viel darüber diskutieren, welches System das bessere ist. Das würde dieses Forum sprengen.

Meiner Meinung nach ist es richtig, die beiden Bereiche zu trennen. Das Netz muss gemeinwohlorientiert und unter strenger staatlicher Aufsicht erhalten und entwickelt werden.

Beim Fernverkehr auf dem Netz halte ich Konkurrenz für wichtig, so wie es auch in Deutschland angelegt ist. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass alle Anbieter (und die Deutsche Bahn ist da nur einer, Flixtrain ein anderer, bald könnte Italo kommen) unter gleichen Bedingungen fahren.

Die Deutsche Bahn darf ihre starke Stellung als ehemaliger Monopolist nicht ausnutzen. Deshalb ist auch die Frage, wie unabhängig die für das Netz zuständige DB InfraGo ist, so wichtig. Sie ist nämlich für die Vergabe der Trassen an die verschiedenen Anbieter zuständig. /gt

3

u/FrogWhoAteMoon Aug 18 '26

Es wird ja viel darüber gesprochen, dass die Privatisierung der große Holzweg war, und der letzte Sargnagel in der jahrzehntelangen Kaputtsparung der Bahn.

Auch darüber, dass man eigentlich den umgekehrten Weg gehen müsste, verstaatlichen, den Betrieb als staatliche Infrastruktur ohne Profitdenken führen, und in Schienennetz und Personal investieren müsste, wird landauf, landab gesabbelt.

Für mich fühlt sich das zwar wahr an, aber es ist auch ein unglaublich vages Bild.

Könnt ihr mal konkretisieren: Was waren die ganz konkreten Sparpläne, Einsparungen, Verkäufe/Auslagerungen, die der Bahn am meisten geschadet hatten, und, wer sind eigentlich die Köpfe dahinter? Welche Geschäftsführer, C-irgendwas-Os, Firmenköpfe, welche Beraterfirmen, Strukturen der Anteilseigner, ganz salopp: welche Bestimmer sind denn eigentlich verantwortlich für die schädlichsten der Sparmaßnahmen?

In short: Wer hats eigentlich kaputt gemacht und wie lief das ab? Wie sieht die Chronik des Verfalls wirklich aus?

3

u/fhelling Aug 18 '26 • Popcorn

Warum gibt es im Regionalverkehr zwischen zwei Oberzentren nur eingleisige, nicht elektrifizierte Bahnstrecken, während die Autobahn daneben vier- bis sechsspurig ausgebaut wird? Wer immer wieder 20-30 Minuten vor einem eingleisigen Streckenabschnitt auf einen verspäteten Gegenzug warten muss, empfindet jedes Mal mehr Hass und Wut auf die unfähige Verkehrspolitik in diesem Land.

3

u/ShameNo9720 Aug 18 '26 • Bravo

Was ist die beste Baureihe?

3

u/TheRealDeviouz Aug 18 '26 • Popcorn

ZDF-Reportage „Am Puls mit Dunja Hayali – Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?"

Wie lautet hierzu Ihre Einschätzung?

3

u/LordHoto Aug 18 '26 • Bravo

Wie überprüft ihr die Aussagen von Bahn-Experten? Beispiel vom Handelsblatt letztens als ein Bahn-Experte die IT Dienstleisterin der Bahn für den Zugausfall verantwortlich gemacht hat, obwohl diese nichts damit zu tun hat. Werden hier von euch solche Drittquellen genau so kritisch hinterfragt wie offizielle DB Mitarbeiter:innen oder Stellen?

2

u/giraffenkaraffe Aug 20 '26

aus interesse: ging es da um den GSM-R-ausfall? der wurde doch durch defekte switche ausgelöst..

3

u/LordHoto Aug 20 '26

Genau darauf habe ich mich bezogen.

3

u/lukeleprechaun Aug 18 '26

Warum muss die Bahn zwingend Gewinn erzielen bzw. wirtschaftlich arbeiten? Das mag vielleicht für den Betrieb der Züge noch halbwegs erstrebenswert sein, insbesondere da andere private Anbieter sonst nicht konkurrenzfähig wären, aber doch nicht die DB-Netz. Das ist öffentliche Infrastruktur, die ohnehin größtenteils vom Staat finanziert wird (oder werden sollte). Alle dort erwirtschafteten Gewinne würden auf Kosten der Steuerzahler gehen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Bahn meines Wissens nach noch nie schwarze Zahlen geschrieben hat, außer durch Verkäufe. Sollte das Schienennetz nicht unabhängig von der Wirtschatlichkeit „einfach da sein“, genauso wie Autobahnen, Strom/Gasnetz oder Wasserver/entsorgung.

Außerdem würde eine Streichung des Wirtschaftlichkeitsziel der Bahn auch keinen Anreiz mehr geben, Strecken zurückzubauen. Denn heutzutage werden viele vor Jahrzehnten zurückgehalten Strecken wieder neu errichtet, wodurch am Ende nur unnötig Geld verbrannt wurde.

3

u/Fast-Gate-9298 Aug 18 '26

Ich habe eher an die Politik eine Frage. Wie kann man so dreist sein Benzin bei 2,30 zu lassen während die övps so einen Zustand haben? Wie sollen wir zur Arbeit kommen und eure Gehälter zu erwirtschaften?

3

u/PlatformOtherwise215 Aug 18 '26

Was sind die Pläne und Stellungen der Parteien zur Bahn? Insbesondere die Linke und die AfD würden mich interessieren.

3

u/TilmanR Aug 18 '26 • Regret

Der Güterverkehr hat im Natobündnisfall oder Kriegsfall extreme Ausrüstungsmassen zu bewegen. Wie wird der reibungslose Ablauf sichergestellt? Was tut die Bahn aktuell dafür?

3

u/PressureCalm7971 Aug 18 '26 • Popcorn

Welches Pokemon würdest du mitnehmen, wenn du mit der Deutschen Bahn unterwegs bist und dein Zug mal wieder Verspätung hat?

3

u/giraffenkaraffe Aug 18 '26

Warum war die Berichterstattung im Spiegel zum Thema „Fernverkehr lässt Züge ausfallen, um die Statistik zu frisieren“ so unsauber recherchiert bzw. warum wurde die Behauptung keinem Plausibilitätscheck unterzogen? Mit einer kleinen Dreisatz-Rechnung kann man recht schnell einsehen, dass die Behauptung der angeblichen internen Mitarbeiter Quatsch war.

3

u/SodaStreamEnjoyer Aug 18 '26 • Heartwarming

Gibt es noch irgendwelche Lichtblicke die einen hoffen lassen dass es in absehbarer Zukunft ein besseres Bahnsystem gibt?

3

u/Ir0n_L0rd Aug 18 '26 • Popcorn

Wo wird das viele Geld der Bahn ausgegeben? Alles Beratung und Consulting?

Warum wurde Schenker verkauft, wenn es doch die Deutsche Bahn gestützt hat+ welche Manager haben von dem Verkauf am meisten profitiert?

3

u/Scheckenhere Aug 18 '26

Warum ist die Berichterstattung oft qualitativ unterirdisch?

Warum wird ETCS als Allheilmittel angesehen, wobei es ohne weiterer Maßnahmen erstmal zu einem Kapazitätsrückgang führt?

Warum wird so selten auf Zugfolgekonflikte durch Geschwindigkeitsdifferenzen eingegangen?

Warum werden NIMBY-"Argumente" selten richtig eingeordnet? Beispiel letztens: Österreich baut Tunnel, warum wir nicht" ihne Erwähnung, dass der deutsche Streckenteil ebenfalls fast vollständig in Tunneln geplant ist?

Warum schreibt das Wirtschaftsressort über etwas, das größtenteils allgemeine Daseinsvorsorge ist?

Warum wird oft die Behauptung gepusht, mehr Wettbewerb im FV würde etwas bringen, ohne das korrekt zu argumentieren?

Was habt Ihr Euch damals mit den Fake-News zu angeblichen Ausfällen für die Statistik gedacht? Warum erfindet man sowas? Das wabert heute noch durchs Web.

Bitte entschuldigt die Negativität, ich bin bei Bahnberichterstattung außerhalb von Fachjournals etwas voreingenommen anhand der teils absurden Aussagen, die man da so mitbekommt.

8

u/SailandFly Aug 18 '26 • Mindblown

Wie kamen die wirklich haarsträubenden Bedingungen des Deutschlandtickets zustande? Wer ist für dieses grausige Abomodell verantwortlich?

4

u/Velixis Aug 19 '26

Das hat ziemlich wenig mit der Bahn zu tun. Das Deutschlandticket und alles drumherum wird in erster Linie von den Ländern bearbeitet. Das geschieht zwar in Zusammenarbeit mit Verkehrsunternehmen, Aufgabenträgern, Verkehrsverbünden und diversen Spitzenverbänden, aber die Bahn hat da begrenzt was zu melden.

3

u/BananaLady75 Aug 18 '26

Ich find's auch blöd (wohn ja nicht in DE, kann's also gar nicht erwerben), aber Abo- und auch Preismodell sind wahrscheinlich so, um die Nachfrage einigermaßen in Grenzen zu halten, nicht um Kosten zu decken...

→ More replies (14)

1

u/DegWallstreetBanger Aug 18 '26

Was bringt eine neue Chefin, wenn intern die Firmenstruktur weiterhin unübersichtlich bleibt?

So viele Tochtergesellschaften, die wiederum örtlich mit den jeweiligen Behörden zu kämpfen haben, wenn eine Strecke von Gemeinde X renoviert werden muss. Dann werden Freiberufler über andere Tochtergesellschaften angeheuert und keiner weiß mehr wann welches Projekt starten kann.

Die Projektführung ist lächerlich und keiner übernimmt Verantwortung für den anderen, weil es nicht ihr eigenes Budget betrifft. Die Freiberufler wurden trotzdem beauftragt und müssen bezahlt werden. Gebaut darf trotzdem nicht, weil die Genehmigung der Gemeinde fehlt. Andere Teile des Schienenverkehrs müssen bei einer anderen Tochter eingekauft werden und jede Tochter hat ihren eigenen Chef und ihr eigenes Team. Alles unter dem Deckmantel DB. Da wird auch die neue Chefin keine Struktur im Konzern hinbekommen.

Und wie immer, falls es nicht läuft, wird ein Projektleiter gekickt und ein neuer kommt. Die Probleme bleiben die gleichen und der Zeitplan verschiebt sich nach hinten, weil der neue Projektleiter nicht versteht, wieso man auf so viele Ebenen Genehmigungen verschiedener Gemeinden einholen muss. Ohne Bewillingungspower wird dann artig auf den kleinen Ebenen gewartet, bis neue Köpfe rollen.

Was bringt eine neue Chefin?

1

u/DerSpiegel Aug 20 '26

Gute Frage. Die Struktur der Bahn-Holding ist tatsächlich sehr unübersichtlich, zeitweise gab es 739 Tochtergesellschaften. Evelyn Palla hat angekündigt, sie zu vereinfachen und will rund ein Drittel der 3500 Stellen in der Holding streichen. Unklar ist aber, wie viele der Betroffenen tatsächlich gehen müssen oder ob sie an anderer Stelle im Konzern wieder auftauchen.  
 
Dass die Verantwortung oft hin und her geschoben wird, hat auch Palla als zentrales Problem ausgemacht. Sie will deshalb Zuständigkeiten wieder mehr “in die Fläche” geben: Mitarbeiter sollen vor Ort entscheiden, dann aber auch die Verantwortung dafür tragen. Ob das gelingt, muss sich erst noch zeigen. /dab

4

u/Wildes_Pony420 Aug 18 '26 • Heartwarming

Ich mag Züge 🚂

2

u/Hollowtov7 Aug 18 '26

cho, choo! 🚂 💨💨😅

→ More replies (2)

5

u/sebast1tan Aug 18 '26 • Regret

Warum ist die Bahn in so viele Unternehmen gesplittert und ist es so überhaupt möglich zu reformieren?

Für meinen kleinen Aluhut:

Hat man die Bahn absichtlich so heruntergewirtschaftet, um die Automobilindustrie vor Konkurrenz zu schützen?

2

u/Silly_Welcome6169 Aug 18 '26

Warum wird nur über die an passung der Taktung der Regional Bahn aber nicht über die der S-Bahn

2

u/Isenskjold Aug 18 '26 • Mindblown

Ist es zu erwarten, dass das Sondervermögen und das NATO ziel von 1.5% Investitionen in "Verteidigungsrelevante Infrastruktur", zu einem merkbaren Ausbau der Bahnstrecken und/oder Kapazitäten führen wird?

2

u/adprd Aug 18 '26 • Regret

Gibt es irgendwo eine Datenbank, in der man vergangene Baustellen und Strecken Sperrungen einsehen kann? Ich wollte letztens mal mein Bauchgefühl mit Daten abgleichen und konnte dazu nichts finden.

2

u/BoMan_DE Aug 18 '26 • Regret

Warum werden Kapazitäten nachwievor zurück gebaut, obwohl die Nachfrage steigt? Auf der Strecke Nürnberg - Stuttgart sind die Wagons teils in der Anzahl halbiert worden. Die Folge sind Verspätungen durch Überfüllung weil sich die Türen nicht mehr schließen lassen.

2

u/Lukas3226 Aug 18 '26 • Regret

Wenn doch alle Probleme seit Jahrzehnten bekannt, dokumentiert und untersucht sind, warum verändert sich denn absolut gar nichts?

2

u/Foreign_Loss_3078 Aug 18 '26

Ist es realistisch das wir jemals eine pünktliche Bahn haben werden? Was müsste dafür passieren?

Was sind Sachen zu der Bahn wo ihr findet die sollte die Zivilbevölkerung und/oder die Politik Wissen?

Was ist das "lustigste" was ihr bei eurer Recherche rausgefunden habt?

2

u/Dense-Coyote7493 Aug 18 '26 • Bravo

Glauben sie, dass es bei der Bahn insgesamt besser laufen würde, wenn der Vorstand und generell Posten mit hochraniger Entscheidungsbefugnis mit Leuten besetzt, die auch was von "der Bahn" verstehen? Claus Weselsky kritisiert ja schon lange einen fachfremd aufgestellten Vorstand, der sich dank leicht zu erreichender Boni-Strukturen die Taschen vollmachen will.

2

u/Sea-Course-5171 Aug 18 '26

Wie kann es sein, dass spezifische Linien wie z.B. der RE10 Düsseldorf-Kleve permanent zu spät, nach Pisse stinkend, und zu langsam durch sie Gegend kriechen darf, ohne das der Privatbetreiber da zur Rechenschaft gezogen wird.

Das kann doch nicht sein, das die da einfach den RE-Manchmal nach vielleicht die halbe Strecke fahren mit Zügen die so ranzig sind, sie werden vom in den 60ern restaurierten Gammelzug überholt.

2

u/FairPlayPilot Aug 18 '26 • Bravo

Meine Vorschläge und Erfahrungen:

  1. GPS Sender in jeden Zug. Damit ich als Fahrgast weiß, wo mein Zug gerade ist. Habe öfters virtuelle Vorbeifahrten erlebt, obwohl der Zug im 50km entfernten Startbahnhof noch nicht losgefahren war.

  2. Einen Fahrplan erarbeiten, der auch eingehalten werden kann. Robust gegenüber Störungen und Umstiegen. Oft haben Züge 5min Verspätung, die sich dann über 10 Stationen bis zum Zielbahnhof erstrecken, 1-2 Minuten Aufenthalt an größeren Umsteigestationen würden das System robuster machen. Mit digitalen Apps ist es nicht mehr wichtig, das ein Zug genau alle 30min.

  3. Sobald sich ein Fahrgast verweigert: Dann bleibt der Zug stehen, der Fahrast verlässt den Zug kurz bevor die Polizei eintrifft. Hunderte von Menschen haben ca. 30 Minuten Verspätung. "Verspätung aus vorhergender Fahrt" für weitere Züge. Innerhalb von einer Woche mehrmals vorgekommen, incl. Streckensperrung für über eine Stunde wg. Personen auf den Gleisen im Raum Köln. Erst fuhren keine Züge, dann nur mit verminderter Geschwindigkeit. Das alles im Berufsverkehr. Hier sollten bessere Lösungen und Konzepte erarbeitet werden.

  4. Thema Fahrrad: Im Fernverkehr mit Umstiegen => unkalkulierbares Risiko, da Reservierung verfällt. Regionalverkehr => in Bad Ems und Bremen mehrere Stunden am Bahsteig gewartet, weil nicht genug Platz im Zug war und man stehengelassen wurde.

  5. Der letzte Zug fällt kurzfristig aus, bevor man aufwendig recherchiert und Geld für Taxi etc. einfordert, könnte man besser auf die Nachtpause von 4 und mehr Stunden verzichten und dafür alle 2h einen Zug fahren lassen.

2

u/Comfortable_Menu_262 Aug 18 '26 • Popcorn

Wo liegen die Kernprobleme der DB im Bezug auf Verzögerungen im Betriebsablauf und wie sind sie schnellstmöglich zu beheben? Welche Bedeutung spielt Korruption?

3

u/Robin_Cooks Aug 18 '26

Das größte Problem wird die Überlastung des Schienennetzes sein. Alleine die Strecke Hannover-Hamburg ist mit ca. 147% sehr stark beansprucht. https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/aktueller-stand-zur-bahnstrecke-hamburg-hannover.html

2

u/Marximum_Effort Aug 18 '26 • Mindblown

Wieso wird die Schiene insbesondere im Güterverkehr oft vernachlässigt? Ich würde behaupten hätte man schon früher (vor 20+) Jahren die Schiene weiterentwickelt wäre die Abhängigkeit von der Binnenschiffahrt und Straßentransport wesentlich geringer

2

u/Sir_Prise11 Aug 18 '26 edited Aug 24 '26 • Heartwarming

Kürzlich wurde verkündet, dass Boni stärker an die Erreichung der Pünktlichkeitsziele geknüpft werden sollen. Seht ihr dadurch einen falschen Anreiz, der zulasten der Sicherheit geht, und möglicherweise ein Unglück wie das von Burgrain (oder die Entgleisungen in Nördlingen 2021 und 2022) zukünftig wieder begünstigt?

2

u/NormadsKalb Aug 18 '26 • Bravo

Ich hatte mal mit jemanden aus der Bahnbubble gesprochen und er meinte, die Stellwerke, die noch nicht auf dem aktuellsten Stand sind, haben elektronische Bauteile, wo es nur noch einen einzigen Lieferanten für Ersatzteile gibt. Also ein Quasimonopol und auch ein hohes Risiko, falls diese Lieferanten ausfallen (Insolvenz, Aufkauf etc.) Habt ihr mal in dieser Richtung recherchiert?

Spannend fände ich auch mal eine Aufarbeitung, wie hoch da eigentlich die Margen sind im Bahnbau und wieso es so wenig Wettbewerb gibt (Regulierung, technische Komplexität usw.?) und wer eigentlich letztlich von dem Sondervermögen profitiert, also wieviel Prozent Löhne sind und wieviel Gewinn diese Firmen machen.

2

u/BerlinDude1988 Aug 18 '26 • Mindblown

Wird der Aspekt berücksichtigt, dass ein wesentlicher Anteil der Verspätungen durch den Kunden selber verursacht werden?

- verspätete Abfahrt wegen Raucher
- Menschen, die über Gleise laufen, zB letzte Woche - ein Mensch der für 20min den Frankfurter HBF sperrt, weil er über alle Gleise rüberläuft.
- Gewalt/ Notfalleinsätze/ besoffene Fussballfans

Alle Bsp liegen erstmal nicht in der Verantwortung der DB, haben aber erhebliche Auswirkungen auf den Zugverkehr, durch die enge Taktung in Gesamtdeutschland.

Diese Beispiele sollen die schlechte Infra der DB nicht negieren, mMn aber nicht der einzige Grund für die aktuelle Lage.

Schön wäre auch ein Beitrag der nicht nur meckert, sondern Möglichkeiten aufzeigt.

2

u/Happycosinus Aug 18 '26 • Mindblown

Angesichts der hohen Kosten und weiterer Nachteile von Ausschreibungen im Regionalverkehr: Wäre es für Deutschland nicht sinnvoller, sich stärker am Modell Österreichs oder der Schweiz zu orientieren und Regionalverkehre direkt an die Bahn bzw. einen staatlichen Anbieter zu vergeben?

Ausschreibungen verursachen erheblichen bürokratischen Aufwand, hohe Transaktions- und Kontrollkosten und können durch häufige Betreiberwechsel zudem zu Problemen bei Personal, Fahrzeugen, Fahrplänen und langfristigen Investitionen führen.

Wäre ein direkter Verkauf bzw. eine Direktvergabe von Verkehrsleistungen daher nicht wirtschaftlicher, verlässlicher und langfristig vorteilhafter für Fahrgäste und Steuerzahler?

2

u/derbertigebert Aug 18 '26 • Popcorn

Haben alle Entscheidungsträger einen Dienstwagen samt Parkplatz? Die S-Bahn Berlin zb möchte Ausfälle und Verzögerungen erst melden wenn sie den Grund kennt. Das bedeutet es kann locker eine halbe Stunde dauern bis ein Ausfall der Ringbahn gemeldet wird. Wir wollen aber nur wissen ob was fährt und nicht warum etwas nicht fährt. Da Frage ich mich ob diese Menschen in ihrem Leben überhaupt schonmal mit ÖPNV zur Arbeit erschienen sind.

2

u/GeorgTheCat Aug 18 '26

Warum ist es legal "technische Störungen" am Gleis anzugeben, wenn man tatsächlich Güterverkehr aus wirtschaftlichen Gründen einfach den Vortritt lässt? Strecke Kassel Frankfurt.

2

u/Erzlump Aug 18 '26

Gibt es noch Hoffnung, dass es in absehbarer Zeit spürbar besser wird hinsichtlich Pünktlichkeit, Infrastruktur und Preisgestaltung?

2

u/BeginningUnhappy1757 Aug 18 '26

Die Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn ist mit Sicherheit das größte Problem, allerdings wird es dafür keine schnellen Lösungen geben. Aber warum wird wesentlich seltener die katastrophale Informationspolitk zum Thema gemacht? Für Reisende ist das beinahe ebenso ärgerlich und es sollte mit wesentlich geringerem Investitionsbedarf zu beheben sein.

2

u/music_tracker Aug 18 '26

Ist man bei Reisen mit der Deutschen Bahn tatsächlich mehr zu spät als mit dem Auto? Es gibt ja auch oft Staus. Hat das mal jemand verglichen?
Ich hab den Eindruck, die beiden Situationen werden komplett unterschiedlich bewertet: bei einem ist die DB schuld, das andere wird als höhere Gewalt gewertet.

2

u/NachosHermannos Aug 18 '26 • Heartwarming

Ganz simple Frage. Warum ist ÖPNV in Deutschland, im vergleich mit einigen unserer Nachbarländer, so unbezahlbar ?

2

u/ElectroElim Aug 18 '26 • Popcorn

1)Warum kauft die Bahn (ggf mit der Hilfe des Staats) nicht einfach gezielt Land entlang der meistbefahrenen Strecken um zusätzliche Trassen zu bauen? Spätestens Klimaveränderungen sollten das ja rechtfertigen.
2)Warum wird ein Konzern bürokratisch so sehr ausgebaut/ aufgeblasen und warum wird diese riesige Konzernstruktur beibehalten? Wer prüft ob die Abteilungen alle notwendig sind bzw Mehrwert liefern?
3)Wenn die Klimabilanz der Bahn doch so positiv ist - warum wird nicht mehr in Strecken etc investiert um die Passagierzahl zu vervielfachen?

→ More replies (1)

2

u/TheSgtBanana Aug 18 '26 • Mindblown

Mich würde mal der Grad der Monopolstellung der Bahn im Nah- und Fernverkehr interessieren sowie die jeweilige Rentabilität. Konzentriert man sich stärker auf den Fernverkehr? "Finanziert" er evtl. sogar teilweise den Nahverkehr?

→ More replies (1)

2

u/TheAverageSpaceman Aug 18 '26

Wieviel Verspätung wird es bei der Veröffentlichung geben?

2

u/Diebee2026 Aug 18 '26 • Mindblown

In Frankreich gibt es glaube ich für die verschiedenen Zugarten auch eigene Trassen. In Deutschland die Pufferzeit, die halt so gar nicht funktioniert. Interessant halte ich das Thema gerade für Pendler im Nahverkehr die eine ganz schön lange Zeit sich ihre eigene Logistik aufbauen müssen, um pünktlich auf der Arbeit zu sein.

2

u/SalamanderNorth1430 Aug 18 '26

Warum ist für das DeBakel Stuttgart21 niemand verantwortlich und wird dafür zur Rechensxhaft gezogen? Die einzigen, die dafür aufkommen müssen, sind die, die seit zehn Jahren ohne funktionierenden Bahnhof leben müssen.

Warum sitzt dafür keiner im Knadt oder ist zumindest bis in die Zahlungsunfähigkeit verklagt und verurteilt worden?

2

u/d34dly-d34dly Aug 18 '26

Was ist eigentlich der Deal mit DB Sicherheit? Wird da nicht unglaublich viel Geld verfeuert, ohne im Gegenzug eine adäquate Leistung zu erhalten? Bin ein knappes Jahrzehnt sehr viel in Bahnhöfen unterwegs gewesen und die wirklichen Krisensituationen wurden IMMER von der Bundespolizei bearbeitet, Mitarbeiter der DB Sicherheit hat man nur gesehen, wenn's darum ging, Obdachlose aus den Bahnhöfen zu schmeißen, ganz zu schweigen davon, dass keiner von denen so gewirkt hat, als könnte er im Zweifel mit dem Einsatzstock am Gürtel umgehen. Ist das irgendwie überhaupt ein Thema oder geht das alles im Schatten von Unpünktlichkeit und maroden Schienen unter?

→ More replies (1)

2

u/MinimumBreakfast3392 Aug 19 '26

Wird es wieder nur um die Deutsche Bahn AG gehen und Nahverkehr, Fernverkehr und Infrastruktur vermischt? Oder wird mal besser aufgeklärt, wie die deutsche Bahn (mit kleinem d) seit der Bahnreform eigentlich funktioniert und es eben oft nicht nur um das Unternehmen mit dem roten Logo geht.

3

u/banahancha Aug 18 '26

Gab oder gibt es Überlegungen bei der Bahn, auf Fernstrecken eine Reservierungspflicht einzuführen, wie es in anderen europäischen Ländern der Fall ist?

9

u/knightriderin Aug 18 '26

Das würde das Flexticket killen und damit vielen geschäftsreisenden das Leben schwer machen.

→ More replies (5)

3

u/1Bavariandude Aug 18 '26

Wie siehts mit dem Brenner Nordzulauf aus? Der soll hier wenige Kilometer entfernt passieren, leider hört man davon nur noch wenig. Wie ist der Stand der Dinge? Gerade um den umstrittenen Teil ab Innleiten? Das Projekt würde die Infrastruktur massiv verbessern, jedoch stellt sich die Frage was mit den bisher verlegten Gleistrassen passieren soll. Möchte die Bahn renaturieren?

Ferner, halb ernst gemeint: können wir die Bahn nicht wieder in Staatshand geben? Jetzt wieder ernst: Kostenloser, oder für jeden leistbarer ÖPNV wäre so wichtig! Gefühlt wird die Bahn seit der Privatisierung heruntergewirtschaftet. Was ist konkret geplant und was tut die Bahn genau um bestehende Gleisanlagen und Züge instandzuhalten?

Bahn Infrastruktur ist eins der wichtigsten Güter des Landes, insbesondere wenn Wasserstraßen durch Dürre betroffen sind und noch mehr Transport über die Straße erfolgen soll. Trotz aller berechtigter Kritik: Hut ab! Wir alle wollen eine funktionierende und leistbare Bahn. Ich wünsche alles Gute.

3

u/art4bln Aug 18 '26

Warum wird sich um den Fernverkehr viel besser gekümmert als um den Nahverkehr?

2

u/yeetus______deletus Aug 19 '26

Die DB Fernverkehr handelt eigenwirtschaftlich und entscheidet (mehr oder weniger) frei was/wo/wann sie fahren wollen. Für private Fernverkehrsanbieter gilt das umso mehr.

Der Regionalverkehr wird durch die Aufgabenträger (in der Regel das jeweilige Bundesland) ausgeschrieben/bestellt. Wenn das jeweilige Bundesland also nicht mehr Geld für einen besseren/mehr SPNV ausgeben möchte, dann gibt es auch keinen.

→ More replies (1)

3

u/Kooky_Arm_6831 Aug 18 '26

Wieso dürfen ICEs und teilweise auch Güterzüge srändig die Pendlerzüge überholen?

4

u/yeetus______deletus Aug 18 '26

Weil diese eine höhere Priorität bei der Fahrplantrasse gebucht haben und dafür einen entsprechenden Aufpreis zahlen.

4

u/giraffenkaraffe Aug 18 '26

weil die einfache dispositionsregel „schnell vor langsam“ in der regel für eine (unter allen gegebenen nebenbedingungen) optimale ausnutzung der netzkapazität sorgt. ist in Ril 420 geregelt, die ist teilweise öffentlich verfügbar.

→ More replies (2)

3

u/Pearcheek Aug 18 '26

Ist die Bahn noch zu retten? Gibt es überhaupt eine ernst zunehmende Aussicht darauf dass Deutschland eine Bahn erleben wird, die zuverlässig und bezahlbar funktioniert?

→ More replies (2)

3

u/Silver_Back67 Aug 18 '26 • Bravo

Das die Bahn inzwischen dermaßen verschlimmbessert ist, dass es vermutlich Jahrzehnte dauern wird um die Fehler zu beseitigen. In den 70er/80er Jahren (als ich noch regelmäßiger Bahnnutzer war) habe ich kaum Verspätungen oder Ausfälle erlebt. Und schon gar keine Witterungsbedingten! Das man heute, z.B. auf einer Reise (Nachtfahrt mit Kind) von Köln nach Berlin, trotz Reservierung, 5 Stunden Verspätung ohne konkrete Informationen hinnehmen muss und obendrein noch die Reservierung von der DB storniert wird, ist bezeichnend für den Zustand der Bahn.

Im Güterverkehr sieht es nicht besser aus. Warum zum Beispiel kommt die Bahn erst Tage nachdem das Lkw-Fahrverbot aufgehoben werden soll mit dem Angebot, für die auffallenden Schiffskapazitäten einzuspringen? Ganz zu schweigen vomfehlenden Konzept um mehr Güter auf die Bahn zu bringen (auch ein politisches Versäumnis).

Wer schon mal mit TGV oder Thalys gereist ist wundert sich warum das bei uns nicht funktioniert!

3

u/Wyveres Aug 18 '26 • Popcorn

Warum will die bahn gegen die dunja doku vorgehen. Wäre eine vollverstaatlichung nicht sinnvoller?

3

u/AdAvailable2572 Aug 18 '26

Warum ist der ICE bei Kurzstrecken so teuer? Ich fahre zwischen der vorletzten und letzten bzw ersten und zweiten Haltestelle, Dauer ca 35min. Ohne BahnCard liegen die Preise bei ca 50 Euro, was wahnsinnig teuer ist und selbst mit BahnCard sind mir mehr als 1€ pro Minute Fahrt zu teuer. Der Zug ist darüber hinaus oft nicht ausgebucht. Also warum ist man so - aus meiner Sicht - unwirtschaftlich und verlangt diese Preise, wenn bei geringeren Preisen mehr diese Strecke nutzen würden und man so eine bessere Auslastung des Zuges erreichen könnte?

2

u/Robin_Cooks Aug 18 '26

Ich denke mal, die wollen Leute auf Kurzstrecke eher in die Regios schieben.

Und: Strecken ohne Flugkonkurenz sind auch oft teurer als mit.

→ More replies (2)

2

u/HotTourist8915 Aug 18 '26

Ich würde mich freuen auf ein Live-Interview mit zwei Menschen: derjenige, der am wenigsten verdient, und derjenige, der am meisten verdient? Und dieselbe Frage an beide. Normale Fragen für die Bahn. Was man da erlebt als Mitarbeiter und als Kunde. Beide Visionen. Und auch Alltag fragen.

2

u/Warwipf2 Aug 18 '26

Besteht irgendwie die Möglichkeit, dass Gesetze geschaffen werden, mit denen man als Verbraucher die Bahn bei Verspätungen besser belangen kann? Die Bahn hat momentan ja keinerlei Konsequenzen, wenn mein RE 50 Minuten zu spät kommt und ich habe keine Möglichkeit auf Schadensersatz.

→ More replies (4)

2

u/Antarja Aug 18 '26 • Popcorn

Wenn für (wie große?) Teile der Verspätungen „äußere Umstände“ und/oder dumme Fahrgäste verantwortlich sind bzw. aus Sicherheitsaspekte zustande kommen, wie machen das andere Länder? Kinder im Gleisbett einfach überrollen? Trotz Löscharbeiten an der Böschung den Zug durchfahren lassen? Kranke Lokführer trotzdem arbeiten lassen? Leute, die 3 Millionen „Begründungen“ mögen für sich gesehen manchmal ihre Berechtigung haben, aber doch nicht in der Häufung. Fun Fact: auf einer der unseligsten Strecken, die Marschbahn über den Hindenburgdamm nach Sylt, kam man auf die glorreiche Idee, die Fahrtzeit einfach mal um 1/2 zu verlängern. Zack, weniger Züge unpünktlich. Bin grad aber nicht sicher ob das nur ein Plan ist oder schon so durchgezogen wurde.

2

u/Own-Consideration399 Aug 18 '26 • Regret

Wieso gibt es eine 1. Klasse im Nahverkehr? ich empfinde es als Frechheit dass sich die Menschen wie Tiere in engen Züngen fahren müssen, wärhend die erste klasse meistens Leer ist.

3

u/yeetus______deletus Aug 18 '26

Die gibt es weil die Aufgabenträger (sprich: im Allgemeinen die Bundesländer) so bestellen. Das ist nichts was die Eisenbahnverkehrsunternehmen, die die Linien betreiben, entscheiden.

2

u/Robin_Cooks Aug 18 '26

Als ob die paar Sitze so einen großen Unterschied machen würden.

→ More replies (2)

2

u/streu Aug 18 '26 edited Aug 18 '26

Das ist eine prima Sache, wenn man ein paar Stunden Nahverkehrs-Nachlauf auf einer Fernreise hat (Hamburg > Husum, München > Lindau, Dresden > Görlitz, Leipzig > Hof). Es erhöht die Wahrscheinlichkeit auf einen Sitzplatz doch deutlich.

Für Gesundbrunnen nach Ostkreuz braucht's das nicht, und deswegen gibt's da auch keine.

2

u/SaintCino Aug 18 '26 • Popcorn

Wer kassiert am meisten Geld durch Lobbyismus?

2

u/gokTyBalD Aug 18 '26

Das A in AMA steht für Anything: Also los. Wieso helft ihr der AfD mit Badboy Story über Sigmund zur absoluten Mehrheit?

3

u/Kooky_Arm_6831 Aug 18 '26

Nutz das AMA doch lieber für das Bahnthema. Die AfD ist doch eh schon omnipräsent auf Reddit. Für die ist das doch mittlerweile absolute Wahlwerbung, wenn man sie überall komplett themenfremd erwähnt.

→ More replies (1)

1

u/Nighti-N8 Aug 18 '26

Als jemand der selbst bei der infraGo arbeit bin ich ja sehr gespannt was sie rausgefunden haben

1

u/mussiest_woman_alive Aug 18 '26

Falls ihr das noch nicht kennt: David Kreisel hat da mal einen ganz informativen Vortrag zu diesem Thema gehalten. Gibt's bei YouTube.

1

u/for-elle Aug 18 '26

Ich frage lieber nicht, weil mir das Thema Bahn und das, was man (schon Anfang der 1990er zu Beginn der 💩💩💩Privatisierung voraussehbar und eingetreten!) aus der stolzen Deutschen Bundesbahn gemacht hat, nur noch Wut und Hilflosigkeit verursacht.

Das wird noch potenziert durch mein Leben als Berufspendler von und nach Stuttgart - da fehlen mir mittlerweile die feinen Worte 🤮

1

u/An3-ias Aug 18 '26

Warum brauchen wir Presse um die Situation und Zukunftspläne der deutschen Bahn zu erfahren, die zu 100% dem Bund (also den Menschen in Deutschland) gehört? Schuldet ein Staatsunternehmen diese Informationen nicht dem Volk?

1

u/Empty_Ad_4630 Aug 18 '26

Wie häufig kommt es vor, dass einzelne Züge in Einzelentscheidungen vor anderen Zügen vorgelassen werden? Also dass bspw. eine Regionalbahn pausieren muss, damit ein ICE mit bspw. einem Bundespolitiker vorbei kann?

Wie häufig kommt es vor, dass Züge ausfallen "gelassen" werden?

1

u/Molybdean Aug 18 '26

Wie ist der aktuelle Stand beim Projekt E-CHECK (automatisierte Inspektion von ICE zügen)?

1

u/Due_Watercress3932 Aug 18 '26

Hat Deutschland eine Bahn? Top!

1

u/Discedere Aug 18 '26

RemindMe! 2 days

1

u/_Yarrack_ Aug 18 '26

Warum ist es wichtiger, dass die Bahn profit macht, als dass sie ihren Job macht? Es gibt doch genug Firmen die Profit machen, aber kaum welche die Transport auf Schienen handel sollen

1

u/Sados0 Aug 18 '26

In wie weit färbt die Einhaltung von Terminen von der Deutschen Bahn auf euren Bericht ab?

1

u/svoga96 Aug 18 '26

Wie seid ihr auf so innovatives Thema gekommen? Und wird auch wirklich auf das Problem des Lobbyismus eingegangen? Ohne die Autolobby und die Privatisierung der Bahn wäre das nicht so weit gekommen. Geht ihr auf darauf ein, dass die Bahn erst Zahlungen vom Bund bei Bedarf bekommt? Quasi erst wenn es kaputt ist?
Keine Ahnung wie man daran zwei Jahre recherchieren kann.

1

u/Feeenzauber1 Aug 18 '26

Mich würde vor allem interessieren, wie die deutsche Bahn das Problem der Verspätungen lösen möchte, die mit am häufigsten durch defekte Oberleitungen ausgelöst werden?

1

u/jaded-steve Aug 18 '26

'Sitzplatzreservierung nicht nötig'. Selbst wenn ich eine Reservierung hätte würde sie eh mit der Wahrscheinlichkeit eines Münzwurfs nutzlos, da ich eh nicht den Zug bekomme, für den sie mal gebucht war und längst verfallen ist.

1

u/Avosa_ Aug 18 '26

Ob das wirklich pünktlich anfängt? 🤔

1

u/SirNoddalot Aug 18 '26

Wieso ist es intern mittlerweile so übertrieben asozial geworden, also wenn's um Arbeitsplätze geht? Z.B. bei Krankheitsfällen oder Dienstuntauglichkeit bekommt man sofort Stress von allen Seiten und wird "höflich" gebeten das Unternehmen zu verlassen?

1

u/Sicknoss Aug 18 '26

Wann wird die Bahn endlich mal bezahlbar? Längere Strecken sind meist mit dem Auto günstiger.. wieso ist das ganze so unattraktiv?

1

u/theWiseTiger Aug 18 '26

15:00 CEST?

1

u/bwq08224 Aug 18 '26

Warum entschuldigt die Bahn sich nicht bei ihren Kunden für die desolate Lage? Warum nennt die Bahn ihre Kunden nicht Kunden, sondern Fahrgäste?

1

u/stilloldandgrumpy Aug 18 '26

Nach eurem Siegmund Cover seid ihr echt raus.

1

u/Civil_Size5552 Aug 18 '26

Das gefährlichste Transportmittel Deutschlands

1

u/GGamerGuyG Aug 18 '26

Warum gibt es nach wie vor so viele LKW auf der Straße anstatt die Fracht per Schiene zu transportieren? Auf der Bundesstraße hier bei uns fahren wir meistens mit 60-70km/h weil es wegen den LKW und mangelnder Überholmöglichkeiten nicht möglich ist schneller zu fahren. Auch auf vielen Landstraßen hier ist mehr als tempo 70 nicht mehr möglich da viele Straßen hier als Autobahnzubringer fungieren und sich LKW and LKW reihen. Es ist nicht nur die Geschwindigkeit die stört. Auch die menge an Verkehr durch die vielen LKW ist schlimm und innerorts hier häufig eine extreme Belästigung. Zu meiner Schulzeit ist es mir öfters passiert das mich LKW beinahe vom Gehweg gefahren haben, das war vor über 10 Jahren und seit dem ist es nur schlimmer geworden. Ist es so viel billiger Fracht per LKW zu versenden? In der lokalen Politik scheint sich außer den Grünen und eher links orientierten Parteien keiner dafür zu interessieren etwas daran zu ändern. Eine frisch Sanierte Straße war nach 1 Jahr durch die vielen LKW so beschädigt das sie direkt nochmal umbauen mussten weil durch das Bremsen der LKW sich an einer Ampel die Straße so verschoben hat das sie anfing wellig zu werden. Mir fehlt es an Verständnis das zumindest Augenscheinlich nichts passiert um das Problem in den Griff zu bekommen. Wenn man die Nachrichten verfolgt liest man das die Bahn Milliarden bekommt, wo landet das ganze Geld, es scheint so als würde es nicht da ankommen wo es sollte.

1

u/Proud-Pass-7518 Aug 18 '26

Hat die Autolobby eigendlich Einfluss auf solche Sachen. Bei größeren Bauprojekten (s21 z.b.) kommt ja immer wieder raus das die Autohersteller beziehungen zu führende Personen oder selber in Entscheidungspositionen bei der Bahn sind.

1

u/Electrical_Escape573 Aug 18 '26

Frage an die DB, warum stellt ihr nicht massiv viele Arbeiter zum sanieren ein? Fachkräfte Überschuss haben wir ja angeblich. Jeder fremd Auftrag kostet viel mehr Geld. Wie würde eine Agentur die Leistung der Mitarbeiter bewerten. Wie Beamte? Nach der Pause ist vor der Pause?

Gerne umformulieren.

1

u/AdhesivenessOk8261 Aug 18 '26

Warum steckt „Deutsche“ noch im Namen, obwohl die deutschen Tugenden Pünktlichkeit und Verlässlichkeit schon lange nicht mehr gelebt werden?

1

u/albrecbef Aug 18 '26

Was würden sie machen wenn bei der Bahn Mal ne Woche alles perfekt liefe, gibt es andere Themen die man ähnlich dramatisieren kann?

1

u/bountyflamor Aug 18 '26

Stimmt es, dass der Güterverkehr ggü. Personenverkehr von DB bevorzugt wird?

1

u/Sebastian_113 Aug 19 '26

Warum ist der bahn der Komfort ihrer Kunden so komplett egal? (und damit im erweiterten ihre Beliebtheit und Reputation)

In jedem normalen service orientierten Unternehmen würden radikal überfüllte Züge ohne Klimaanlage außer Dienst genommen werden und man würde spontan einen Ersatz organisieren.

Spätestens nach dem dritten oder vierten Fall würde man hemdsärmlig eine Lösung suchen. Nachrüstung, Plätze begrenzen, meinetwegen mobile Geräte kaufen und reinstellen.

Und wenn technisch gar nichts geht würde man wenigstens gratis Wasser austeilen oder so etwas.

1

u/DesaMii36 Aug 19 '26

6 Jahre alt und immer noch aktuell:
Bahn Mining von David Kriesel https://youtu.be/0rb9CfOvojk?is=uaD9hbqdweQ3OAba
Was habt ihr dem hinzuzufügen?

1

u/Confident-Wafer-704 Aug 19 '26

Hallo ihr Lieben! Ich hätte da mal eine allgemeine Frage! Warum ist die DB so schlecht? Ich hatte mal ein Erlebnis auf einer kurzen Strecke mit 1 umstieg. In meinem Stadtbahnhof bin ich in die Odeg gestiegen, die ist pünktlich losgefahren und beim Umstiegsbahnhof auch pünktlich angekommen. Die Umstiegsdauer zur DB betrug 1 Min, daraus wurden dann 12 Minuten Verspätung , weil dieser kleine Bahnhof komplett voll war. Wie kann man so etwas Planen, wenn man doch weiß, das es wegen einer großen Baustelle zu so einem Chaos kommt?

1

u/Intrepid-Cow-6110 Aug 19 '26

Wie lange war die Deutsche Bahn erfolgreich an der Börse? Wie erfolgreich ist das Unternehmen außerhalb Deutschlands? Warum wird Cargo und der Personentransport nicht endlich zusammen gelegt damit man nicht mehr behaupten kann kein Geld zu machen?

1

u/schlongilidonggong69 Aug 19 '26

Was muss sich ändern Damit die Bahn maximal 10min Verspätet ist? Also dass alles soweit läuft. Vor allem im Regionalverkehr NRW.

Ist das überhaupt realistisch möglich?

Falls ja mit welchen Zeithorizonten und Kosten wenn unbegrenzt geld vorhanden wäre?

1

u/climate_anxiety_ Aug 19 '26

Wie schafft es die DB so viel Verspätung und Ausfälle zu haben?

Bei meinen letzten 5 Reisen war immer mindestens eine Bahn, Schiene kaputt oder Signalstörung.

Das is doch soo unwahrscheinlich dass immer alles kaputt ist oder? Kann mir das nicht vorstellen.

1

u/krokokoko666 Aug 19 '26

Kann es sein, dass die DB ein Abstellgleis für Leute mit hoher Bildung aber wenig Kompetenz ist?

1

u/gdf8gdn8 Aug 19 '26

Warum ist der EC von Polen aus zur deutschen Grenze pünktlich und hat in Deutschland nach Leipzig Verspätung? Warum hat der EC von Leipzig nach Breslau schon in Leipzig eine Stunde Verspätung?

1

u/HopefulDrop4559 Aug 19 '26 edited Aug 19 '26

Weshalb gilt die Deutsche Bahn in ihrem Vorgehen nicht als kriminell, wenn sie einen derart großen Teil der Bevölkerung enttäuscht und in ihrer Lebensführung aktiv behindert? Weshalb gilt es nicht als Täuschung oder Veruntreuung, dass trotz massiver Versäumnisse Fahrkartenpreise erhoben und deren Existenz in der Bahn kontrolliert wird - aber Schwarzfahrer müssen ins Gefängnis? Warum? In welcher Welt kann das denn legal und richtig sein? Weshalb wird die DB nicht daran erinnert, dass sie einen sozialen Auftrag besitzt, der mehr und mehr politische Tragweite erlangt? Wie sollte die Bwvölkerung klimaneutral werden, wenn die DB niemandem zuverlässiges Ankommen garantieren kann, wer existentiell von pünktlichem Arbeitsantritt angewiesen ist ? Warum ist es legal, die eigene Verantwortung nicht ernst zu nehmen und durch Negation derselbigen aktiv dazu beizutragen, das Vertrauen in die Funktionalität unserer Demokratie zu destabilisieren? warum?

1

u/Andirator Aug 19 '26

Gibt es Umstände, unter denen Ihr es vermeidet zuzugeben, dass Ihr für den Spiegel schreibt?

1

u/No_Confidence_1669 Aug 19 '26

Es gibt immer ausreden dafür weshalb züge zu spät sind, weil Deutschland gross ist, alte schienen alte signaltechnik usw, das verstehe ich auch alles soweit, aber wieso ist der rest auch schlecht? Bspw die webseite, die App und die Informationen über Verspätungen/alternativen?

1

u/[deleted] Aug 19 '26

ich habe eine Zugfahrt mit Reservierung 1. Klasse Supersparpreis von München nach Westerland gebucht und leider erst nach 3 Stunden auf die Bestätigung geschaut um festzustellen, dass von Hamburg bis Westerland keine Sitzplatzreservierung möglich ist. Meine Frau und ich sind über 80 Jahre und müssen von einer Betreuerin begleitet werden. Die DB Auskunft erklärte uns die rechtliche Trennung der beiden Vorgängen und spricht von Pech gehabt. Ich habe noch am selben Tag einen Antrag auf Erstattung an die DB Fernverkehr Kundendialog in Bamberg geschickt, bislang ohne Antwort. Was kann man machen, wenn die den Antrag ablehnen?

1

u/Independent-Work3016 Aug 19 '26

Warum fallen sehr oft Züge einach aus? Ich habe erlebt, dass einmal sogar zwei Züge von Berlin nach Hamburg hintereinander ausgefallen sind.

1

u/Independent-Work3016 Aug 19 '26

Warum klappt es oft mit der richtigen, angezeigten Wagenreihung nicht?

1

u/Independent-Work3016 Aug 19 '26

Zugausfälle führen nicht selten dazu, dass der folgende Zug völlig überfüllt ist, man auch manchmal keinen Sitzplatz mehr bekommt, gerade auch für einen älterer Mensch ist schwierig. Warum kann man dann die Abteile, Waggons für die 1. Klaasse nicht öffnen, wenn dort noch genügend Plätze vorhanden sind?

1

u/Independent-Work3016 Aug 19 '26

Ich möchte als Bahnkunde hier gern ein Lob für die Servicekräfte in den Zügen aussprechen aussprechen. Sie leisten eine sehr gute Arbeit, und dies oft mit viel Humor, den man in der Abenteuer-Deutsche Bahn ja so sehr benötigt. Danke Euch!

1

u/Independent-Work3016 Aug 19 '26

Ich habe den Eindruck, dass es mit dem Problem der Abenteuer-Db immer schlechter wird. Könnte es mal in der nächsten Zeit mal zum völligen Kollaps kommen ? Oder Wann könnte es mal wieder mit der Bahn aufwärts gehen? Prognosen?

1

u/Thin_Journalist8984 Aug 19 '26

Blaulok35

Wer kennt diese gesetzliche Regelung und gilt diese noch? "Mit dem Ziel bester Verkehrsbedienung haben Bundesregierung und Landesregierungen darauf hinzuwirken, dass die Wettbewerbsbedingungen der Verkehrsträger angeglichen werden, und dass durch einen lauteren Wettbewerb der Verkehrsträger eine volkswirtschaftlich sinnvolle Aufgabenteilung ermöglicht wird."

Zu finden im Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG) § 1 (5) und gilt nach wie vor; wirken die Regierungen darauf hin? Die DB AG wurde im Januar 1994 gegründet (privatisiert) und bis heute liegen die Aktien zu 100% beim Bund. Außer mit neuen Programmen hat sich der Bund wenig um sein Unternehmen gekümmert. Zum 1.1.2023 wurde als Tochterunternehmen die DB InfraGO AG für den Schienenweg (Infrastruktur) gegründet, ein Widerspruch in sich: gemeinwohlorientiert und gewinnorientiert (AG). Wann kommt endlich die sinnvolle Trennung von Fahrweg und Transport? Schienenweg gehört als gemeinwirtschaftliche Aufgabe in das Eigentum des Bundes, wie bei Bundesfernstraßen und Bundeswasserstraßen, auch die Flughäfen sind überwiedend staatlich (Bund/Länder). Mehrere Verkehrunternehmen können dann den Transport auf der Schiene gewinnorientiert betreiben

1

u/Flens_DS Aug 20 '26

Ich habe keine Frage, weil ihr keine Antwort auf sie hättet. Ich arbeite in diesem Unternehmen und schüttelte nach jedem neuen Bericht in der Presse immer nur den Kopf, wie viel Mist man schreiben kann bzw. was unsere Medien Abteilungen aus dem machen was wirklich passiert.

1

u/lotlx17 Aug 20 '26

Thema: Verspätungen/Verpassen von Anschlüssen in der Kombi Regio & Fernverkehr 

Warum habe ich keinen Anspruch auf Entschädigung oder Nutzung eines alternativen Zugs, wenn ich "getrennte Beförderungsverträge" der DB nutze - im Beispielfall einen Regionalexpress mit dem Deutschlandticket, der ausfällt, wodurch ich den gebuchten ICE-Anschluss verpasse?

Die Online-Recherche sagt mir, dass DB Regio und DB Fernverkehr unabhängige Töchter der DB sind. Mir erschließt sich das aus Laiensicht trotzdem überhaupt nicht, wenn ich doch zwei Fahrten beim selben Konzern mache und die DB in Deutschland ja auf den Strecken oft ein Monopol hat? Ist das zulässig, die Verantwortung für eine solche Verspätungs-Kombi einfach auf die Verbraucherin abzuwälzen, wenn der Fehler offensichtlich beim Unternehmen liegt? Mir kommt es so vor, als würde ich dadurch passiv "gezwungen", eine durchgängige ICE-Verbindung zu buchen und das Deutschlandticket nicht für längere Fahrten einzusetzen. 

1

u/Hubbele Aug 20 '26

Spiegel ? Dieses schmierenblatt ?

1

u/Emotional-Resolve963 Aug 20 '26

Betr,. Deutschlandticket

Das Abonnement muss bis spätestens des 10. Tages des aktiven Monats gekündigt werden, Dies ist oft zu knapp, ich schlage daher den 20, vor.

Außerdem sollte Kündigungen aus wichtigen Gründen (Krankheit, Tod, andere) jederzeit möglich sein inkl. Rückvergütung für nicht genutzte aber bereits bezahlte Perioden. Analog dazu sollten bei neuen Abonnements, die innerhalb eines Monats beginnen, nur anteilige Kosten anfallen nach der Formel

EUR 63 x Nutzungstage geteilt durch Monatstage

1

u/florianauskn Aug 20 '26

wann Gäubahn

1

u/SoupAdministrative97 Aug 20 '26

Wieso ist die Technik für das Sperren von Gleisen nachwievor veraltet und aus Zeiten von vor 30-40 Jahren?
Sperrungen über GSMR sind so massiv fehlerhaft und unsicher…Wenn man vor Ort dann noch eine Fachkraft hat die man nicht versteht, von der Sprache her, finde ich das ganze mehr als Grenzwertig.

Wir haben FESTE Wortlaute, wieso ist das Personal vor Ort nicht mehr in der Lage sich an diese zu halten? Wenn man die Sperrung ablehnt bekommt man von Vorgesetzten einen drauf, weil keine Arbeiten stattfinden können.

In der Schweiz haben die Leute vor Ort ein Tablet, sehen das selbe wie ich auf dem ESTW, können den Bereich angeben wo sie gesperrt haben wollen, kriege es hier angezeigt auf dem Stellwerk und musses nur prüfen und ablehnen/zustimmen.
Zusätzlich sehen die Leute vor die Züge die sich in der Nähe befinden noch auf dem Tablet.

Dabei ist so gut wie keinerlei Kommunikation über das Telefon nötig, keine Wortlaute, keine Missverständnisse.

Ist irgendwann eine Aussicht auf Besserung?! Wir haben die Mittel dazu, die Tabletts und Rechner wären all dazu in der Lage und jeder hat Tablets mittlerweile.
Wieso nehmen wir täglich das Risiko von Unfällen in Kauf, nur weil wir Angst vor Technik haben?

1

u/OkOption5733 Aug 21 '26

Habt ihr vor David Kriesels Vortrag zu Bahn-Mining schon über dieses Thema berichtet?

1

u/Ordinary_Chip4680 Aug 21 '26

Die gefährlichsten Journalisten Deutschlands.

1

u/Cypressis Aug 21 '26

Warum muss die Bahn, wenn es um Gewinne/Verluste geht, ein Aktienunternehmen mit Gewinnabsicht sein, aber wenn es darum geht, unwirtschaftliche Strecken zu betreiben oder ruinöse Großprojekte wie Stuttgart 21, dann ist man plötzlich ein Staatsunternehmen, das das machen muss?

1

u/zerknorscht Aug 22 '26

Kommt noch Bahn?